Braucht der Markt einen City-Manager?

Holzkirchen - Das Einkaufszentrum HEP kommt, die Wirtschaftskrise droht: Die Freien Wähler fordern deswegen einen "Kümmerer" für den Ortskern. Die CSU ist skeptisch.

Er soll vermarkten und vernetzen, motivieren und bewegen, begleiten und befeuern: Der City-Manager als Bindeglied zwischen Gemeinde, Gewerbe und Bürger steht bei der Fraktion der Freien Wähler in Holzkirchen weiter hoch im Kurs. Mehr noch: Angesichts des im Bau befindlichen Einkaufszentrums HEP und der dräuenden Wirtschaftskrise habe gerade der Ortskern Holzkirchens einen solchen Profi bitter nötig, sagte FWG-Sprecher Marcus Ernst.

Diese Brisanz sieht die Mehrheit des Gremiums jedoch nicht. In der Februar-Sitzung des Gemeinderats soll zunächst der Landkreis-Wirtschaftsförderer Oliver Reitz die Holzkirchner Situation analysieren. Das wollen die Freien Wähler abwarten, ihre Forderung nach dem City-Manager halten sie aber aufrecht. „Wir brauchen dringend einen solchen Koordinator“, sagte Ernst.

Die Verwaltung steht einem solchen Posten skeptisch gegenüber. Es fehle dem Antrag die finanzielle Deckung im Haushalt, führte Bürgermeister Josef Höß aus. Kulturelle Belange decke künftig ein von der Kultur- und Bürgerhaus GmbH angestellter Event-Manager ab. „Unsere Vereine können sich um ihre Belange gut selber kümmern.“ Unklar bleibe das konkrete Anforderungsprofil an so einen „Kümmerer“. Um die Sache des Einzelhandels zu vertreten, gebe es ja Gewerbeverbände in Holzkirchen.

Dieses Zaudern kann Egmont Ernst (FWG) nicht verstehen. „So ein City-Manager wurde dem Holzkirchner Gemeinderat mehrfach von ausgewiesenen Experten empfohlen, zuletzt ausdrücklich im Einzelhandels-Gutachten von Volker Salm.“ Zuschüsse von bis zu 60 Prozent seien möglich. Ulrike Küster (Grüne) wies darauf hin, dass diese Forderung auch im Leitbild der Ortsentwicklung verankert ist. „Angesichts von HEP und Rezession ist da jetzt Gefahr in Verzug“, betonte Marcus Ernst.

SPD-Sprecherin Elisabeth Dasch stört sich vor allem an der Personalisierung der Forderung. „Ich bin eher dafür, Fachbüros für einzelne Themenfelder zu beauftragen.“ Es müsse nicht gleich ein fester Posten sein. „City-Management ist mir lieber als City-Manager.“ (avh)

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