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Der Schauspieler Elmar Wepper.

Elmar Wepper-Double ertrinkt bei Dreh: Geldstrafe für Pilot

Miesbach - Nach dem tödlichen Unfall bei TV-Dreharbeiten am Tegernsee hat das Amtsgericht Miesbach am Mittwoch einen Hubschrauberpiloten wegen fahrlässiger Tötung zu 3600 Euro Geldstrafe verurteilt.

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Gegen den Produktionsleiter und gegen den Aufnahmeleiter wurde das Verfahren gegen Geldauflagen eingestellt. Beim Piloten sah der Amtsrichter die Hauptschuld: "Sie haben Mist gebaut." Im Herbst 2007 waren bei Dreharbeiten zu der ZDF-Fernsehreihe "Zwei Ärzte sind einer zuviel" drei Komparsen aus einem Kanu ins eiskalte Wasser gestürzt. Ein 67-Jähriger, der den Schauspieler Elmar Wepper doubelte, ertrank. Zwei Männer im Alter von 62 und 60 Jahren wurden gerettet.

Richter Walter Leitner hielt dem Berufspiloten in seiner Urteilsbegründung vor, am 11. Oktober 2007 für die Dreharbeiten "extrem riskant tief" über dem Tegernsee geflogen zu sein. Dadurch wurde das Wasser aufgepeitscht, das Boot kenterte. "Sie haben damit die Primärursache für den Unfall gesetzt", sagte Leitner, auch wenn sich von den Verantwortlichen jeder auf jeden verlassen habe. Der Richter prophezeite dem Piloten: "Wahrscheinlich werden Sie ihren Beruf verlieren."

In seinem Schlusswort hatte sich der Mann an die Witwe des Todesopfers gewandt und gesagt: "Es tut mir von Herzen leid." Der Verteidiger des Verurteilten prüft eine Berufung. Die Frau trat als Nebenklägerin auf. Gegen den Produktionsleiter und den Aufnahmeleiter wurde das Verfahren eingestellt. Der Produktionsleiter kam mit 2700 Euro davon, der Aufnahmeleiter muss 3000 Euro zahlen. In dem inzwischen ausgestrahlten Fernsehfilm spielen Elmar Wepper und Christiane Hörbiger zwei konkurrierende Mediziner.

In der Folge mit dem Untertitel "Der Schatz im Silbersee" schlüpft Wepper alias Landarzt Dr. Wolf in ein Indianerkostüm, um in neu gegründeten Karl-May-Festspielen einen Bühnen-Winnetou zu geben. Genau dies wurde dem ältesten der drei Komparsen für eine Gage von gerade einmal 52 Euro zum tödlichen Verhängnis. In dem schweren Indianergewand ging das Wepper-Double im eiskalten Wasser des Tegernsees sofort unter und ertrank. Die beiden anderen Komparsen gingen nur knapp am Tod vorbei, kämpfen aber nach Angaben des Richters noch heute mit den seelischen Folgen des Unglücks. Wepper und Hörbiger bekamen indes von dem Unfall nichts mit. Sie waren an dem Tag nicht bei den Dreharbeiten anwesend.

dpa

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