Im direkten Duell gegen den Skicross-Weltmeister Andreas Matt ausgeschieden: Simon Stickl (v.). Foto: ewald Scheiterer

Gelungene Generalprobe

Grasgehren/Landkreis - Andreas Matt ist ein Koloss von einem Mann. Und mit diesem ist Simon Stickl (SC Bad Wiessee) beim Skicross-Weltcup in Grasgehren im Allgäu zusammengeprallt.

Im Halbfinal-Lauf geriet Stickl mit Matt aneinander und schied aus. Am Ende durfte sich Stickl als Fünfter trotzdem über die beste Platzierung der Saison freuen - und das beim allerersten Skicross-Weltcup auf deutschem Boden. Auch Alexandra Grauvogl (SC Bad Wiessee) machte den nächsten Schritt nach vorne und wurde 16.. Theresa Huber (SC Schliersee) scheiterte bei ihrem ersten Weltcup-Einsatz in der Qualifikation und landete auf dem 20. Platz.

Simon Stickl haderte im Ziel noch ein wenig mit der Situation, die ihn die angestrebte Final-Teilnahme gekostet hatte. Der 23-Jährige lag nach dem Start auf Platz zwei, geriet dann aber mit Andreas Matt aneinander. „Ein bisschen enttäuscht bin ich schon“, sagte Stickl, der sich im kleinen Finale immerhin Platz fünf vor seinem Mannschaftskameraden Daniel Bohnacker (SC Gerhausen) sicherte. „Aber das ist eben Skicross. Diesmal hat es halt mich erwischt.“

Deutlich verbessert zeigte sich Stickl vor allem am Start, bei dem er zuletzt immer Probleme hatte. Für zusätzliche Motivation dürften die 4500 Zuschauer gesorgt haben, die Stickl von der Strecke und aus dem Zielraum zujubelten. „Die hat man vom Start-Gate aus schon gesehen“, so der Bad Wiesseer, der nach dem ersten Skicross-Weltcup in Deutschland begeistert, aber auch erschöpft war. „Der Lauf ist brutal anstrengend, ich bin fix und fertig.“ Mit 1200 Metern und insgesamt 18 Features - also Wellen, Steilkurven und Sprüngen - gehört die Strecke in Grasgehren zu den anspruchsvollsten im Weltcup.

Spektakulär ging es auch wieder zu - wie eigentlich immer im Skicross. Bei den Männern gab es ein Herzschlagfinale, die beiden Österreicher Andreas Matt und Patrick Koller kamen fast zeitgleich ins Ziel - Koller liegend und rutschend, nachdem er beim letzten Sprung gestürzt war. Und bei den Frauen knallten die beiden Deutschen Heidi Zacher (SC Lenggries) und Anna Wörner (SC Partenkirchen) im Finale aneinander. Nach dem Lauf wussten beide nicht, wie es passiert war, Zacher aber hatte ein blutiges Kinn. Dritte wurde die Schwedin Anna Holmlund, die das Rennen gewann. Zacher wurde am Ende Zweite, Wörner Vierte.

Die eine oder andere Fahrt mehr hätten gerne auch Alexandra Grauvogl und Theresa Huber absolviert. Grauvogl war vor allem mit der Qualifikation nicht zufrieden. „Im Training hat noch alles geklappt.“ Mit der schlechtesten Startposition kämpfte Grauvogl in ihrem Viertelfinale bis zuletzt ums Weiterkommen, wurde aber knapp geschlagen.

Theresa Huber sah ihren ersten Weltcup-Einsatz vor allem als neue Erfahrung. „Es war aufregend, aber es hat halt nicht ganz gereicht“, sagte die 19-Jährige nach dem Quali-Aus. Huber konzentriert sich jetzt erst einmal auf ihr Abitur, das im März ansteht. Grauvogl versucht sich im Europacup wieder an die Weltspitze heranzuarbeiten.

Und Simon Stickl packt am Montag die Koffer und macht sich auf zur Weltmeisterschaft in Deer Valley (USA). „Ich bin sehr konstant in dieser Saison, das stimmt mich optimistisch“, sagt er. „Das Top-Ergebnis fehlt zwar noch, vielleicht gibt es den Ausrutscher nach oben ja bei der WM.“ cf

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