Um die Hütte geht’s: Der Besitzer will sie um eine Dusche erweitern. Offenbar darf er es nicht, weil die Hütte an einer falschen Stelle steht. FOTO: LEDER

Kalte Dusche für Hüttenwirt

Bayrischzell - Weil er sich nach dem Skifahren gerne duschen möchte, will ein Bauherr seine Skihütte am Sudelfeld erweitern. Gestern sah sich der Petitions-Ausschuss des Landtages die Hütte an.

Dass er einmal wegen einer schlichten Dusche den weiten Weg nach Bayrischzell antreten muss, hat sich Florian Streibl sicher nicht vorstellen können. Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler aus Oberammergau war gestern zusammen mit seiner Kollegin Julika Sandt (FDP/München-Giesing) am Sudelfeld. Die beiden Mitglieder des Petitions-Ausschusses des bayerischen Landtages mussten sich vor Ort ein Bild von einem geplanten Bauvorhaben machen, welches das Landratsamt Miesbach nicht genehmigt hatte. Der Besitzer will die Hütte um eine Dusche erweitern, die er in den bestehenden Räumen nicht unterbringt. Er plant, die Vorderfront um 1,70 Meter zu versetzen. Mit seinen Einsprüchen gegen die Absage des Landratsamtes war er aber stets gescheitert. Also wandte er sich an den Landtag. Streibl: „Der Bauherr argumentiert, dass er die Hütte am Wochenende beim Skifahren nutzt. Da ist es verständlich, dass er sich auch duschen will.“ Doch offenbar steht die Skihütte nicht da, wo sie 1958 genehmigt worden war. „Es ist nicht mehr nachzuvollziehen, warum das so ist“, sagt Streibl.

Das Landratsamt hatte die Skihütte bislang lediglich toleriert. Würde es der Erweiterung nun zustimmen, würde es den Wildbau anerkennen. Ein Präzedenzfall wäre geschaffen. „Andere könnten sich auf den Fall berufen. Zudem gibt es das Bundesbaugesetz nicht her“, erklärt Streibl.

Sandt und Streibl werden am Mittwoch dem Petitions-Ausschuss Bericht erstatten. „Wir sind aber nur eine Kontroll-Instanz, die prüfen kann, ob die Entscheidung des Landratsamtes geltendem Recht entspricht.“ Und dem ist wohl so. (ska)

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