Mangelware: Sauberes, unvergiftetes Trinkwasser gibt es kaum.

Kampf gegen das langsame Sterben

Schliersee - Der Schlierseer Fotograf Florian Bachmeier organisiert ein Hilfsprojekt für Flüchtlinge im Kosovo.

Eigentlich wollte Florian Bachmeier nur ein Fotoprojekt realisieren. Als er Anfang Juli in den Kosovo aufbrach, um Eindrücke von den Grenzregionen Europas einzufangen, begegnete dem 35-jährigen Fotografen aus Schliersee unsagbares Elend. Zurück aus dem Kosovo, will er jetzt Flüchtlingen in Mitrovica helfen. Jahr für Jahr sterben etliche von ihnen an Bleivergiftung, weil das Lager auf dem verseuchten Gelände des ehemaligen Metallkombinats Trepca steht.

In der 100 000-Einwohner-Stadt hat Bachmeier die Menschen des Flüchtlingslagers porträtiert und ließ sich deren Geschichten erzählen.

Die Menschen in Mitrovica leben buchstäblich zwischen den Fronten, am Rande des Flusses Ibar, der die Stadt zerschneidet. Den Südteil nehmen die albanischstämmigen Einwohner für sich in Anspruch, den Nordteil die serbische Minderheit. Dort befindet sich auch das Lager Ostaroda, in welchem die Roma, die während des Krieges von den Albanern vertrieben worden sind, hausen.

Es fehlt an Sanitäreinrichtungen, das kontaminierte Wasser fließt aus einem einzigen Wasserhahn, schildert Bachmeier. Kinder kommen mit Hinrschäden zur Welt, Erwachsene kämpfen mit geistigen und psychischen Leiden.

Die Schicksale der Roma haben Bachmeier nicht losgelassen. Jetzt will er zusammen mit der Hilfsorganisation „Little People of Kosovo“ (Die kleinen Leute vom Kosovo), ein Spendenprojekt auf die Beine stellen, um die größte Not der Lagerbewohner lindern. Das Geld ist für Lebensmittel, sauberes Wasser, abgefüllt in Flaschen, und medizinische Hilfe bestimmt. Langfristiges Ziel des Projekts ist es, die Behörden dazu zu bewegen, das Lager aufzulösen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.florianbachmeier.com (Menüpunkt „Blog“), unter www.aforgottenpromise.blogspot.com und www.lpkosova.com.

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