Das Krankenhaus Agatharied soll eigenständig bleiben. Experten des Klinikums erarbeiten derzeit ein Strategiepapier für die künftige Ausrichtung. Foto: Thomas pLETTENBERG

Klinikfusion offenbar vom Tisch

Agatharied - Das Krankenhaus Agatharied will eigenständig bleiben. Eine Fusion mit den Romed-Kliniken ist offenbar vom Tisch, stattdessen bauen Landkreis und Klinik auf gesunde Kooperationen mit mehreren anderen Häusern.

Kann das Krankenhaus Agatharied auf Dauer überleben? Diese Frage beschäftigt seit gut einem Jahr Kommunalpolitiker, Ärzte und auch Patienten. Zwar schreibt die Klinik derzeit eine schwarze Null, angesichts der Umwälzungen in der Gesundheitspolitik kann das Ergebnis aber rasch kippen. „Wir müssen uns für die Zukunft aufstellen“, sagt Geschäftsführer Dr. Uwe Zöllner. „Noch sind wir in einer starken Verhandlungsposition.“

Eine der Optionen ist die Fusion mit den Romed-Kliniken im Landkreis Rosenheim. Ein Schritt, den auch die Unternehmensberatung Kienbaum aus Düsseldorf in einem Gutachten empfiehlt (wir berichteten). Erste unverbindliche Gespräche mit den Rosenheimern hat Landrat Jakob Kreidl im vergangenen Jahr geführt, nun sollen aber keine weiteren Verhandlungen stattfinden. „Es gibt eine deutliche Tendenz gegen die Fusion“, bestätigt der Landrat. „Wir denken stattdessen über verschiedene andere Formen der Zusammenarbeit nach.“

Diese Stoßrichtung ist das Ergebnis einer Klausurtagung, an der führende Kommunalpolitiker und Vertreter des Krankenhauses teilnahmen. Man habe „viele, viele Punkte zur Weiterentwicklung der Klinik“ besprochen, bestätigt Geschäftsführer Zöllner. Derzeit gelte es, die Gedanken in einem Konzept zu bündeln, das dann im Mai dem Aufsichtsrat vorgelegt wird. Die Aufgabe, sich über die strukturelle Neuausrichtung Gedanken zu machen, hat eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Krankenhauses übernommen.

Noch gibt es kein konkretes Ergebnis. Fest steht aber, dass das Krankenhaus seine Stärken ausspielen will, um sich auf dem Markt zu positionieren und gleichberechtigte Partner zu finden. „Wir müssen diese Position der Stärke durch eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern sichern“, sagt Kreidl. Der Landrat kann sich dabei sogar Kooperationen mit Münchner Kliniken vorstellen, so wie es jetzt schon eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Kinderklinik Rosenheim gibt.

Dass eine Fusion bei den derzeitigen Überlegungen keine Rolle mehr spielt, hat nach den Worten Kreidls mit der Befürchtung zu tun, Agatharied könnte nach einem Zusammenschluss mit Romed nur noch der unbedeutende Juniorpartner sein. Zudem habe es in der Öffentlichkeit breite Skepsis gegeben. „Wir wollen den guten Ruf der Klinik bei der Bevölkerung und den Patienten nicht gefährden“, gesteht Kreidl.

Professor Joachim Martius, der für das Krankenhaus den Verlust der Eigenständigkeit befürchtet und eine Fusion daher stets abgelehnt hat, ist froh über die aktuelle Entwicklung. „Die Entscheidung, von einer Fusion abzusehen, geht in die richtige Richtung“, stellt der Ärztliche Direktor klar. „Ich glaube, dass wir sehr gut dastehen und uns von anderen abheben.“ Jetzt gelte es, die Stärken weiter auszubauen und zu überlegen, in welcher Form eine Zusammenarbeit mit anderen Kliniken möglich ist.

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