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Kompromiss im Tourengeher-Streit: Auf eigener Route rauf - auf der Piste runter

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An gefährlichen Engpässen vorbei führen die Routen, die die Alpenvereinssektionen mit den Liftbetreibern erarbeitet haben. Im Spitzinggebiet beispielsweise führt der empfohlene Aufstieg (blaue Linie) zum Roßkopf im unteren Teil entlang der Abfahrt (rosa Flächen). Vor dem gefährlichen Teil schwenkt der Weg in Richtung Grünsee ab. grafik: dav
An gefährlichen Engpässen vorbei führen die Routen, die die Alpenvereinssektionen mit den Liftbetreibern erarbeitet haben. Im Spitzinggebiet beispielsweise führt der empfohlene Aufstieg (blaue Linie) zum Roßkopf im unteren Teil entlang der Abfahrt (rosa Flächen). Vor dem gefährlichen Teil schwenkt der Weg in Richtung Grünsee ab. grafik: dav

Schliersee - Tourengeher und Skifahrer - diese Paarung hat in der vergangenen Saison für jede Menge Zoff gesorgt. Mit einem neuen Modell sollen beide Gruppen auf ihre Kosten kommen.

Um eine Eskalation zu vermeiden, hat der Deutsche Alpenverein (DAV) mit dem Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte einen Kompromiss erarbeitet. Im Landkreis ist vor allem das Spitzinggebiet betroffen. „Der Handlungsbedarf ist groß“, sagt der Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee, Peter Lorenz. „Unsere Pisten werden bergauf immer mehr bevölkert.“

Dass der einzelne Tourengeher sich nicht in oder als Gefahr sieht, versteht Lorenz: „Wenn am Stümpfling pro Stunde 1500 Skifahrer unterwegs sind, bedeutet das für einen einzelnen Tourengeher, der eine Stunde unterwegs ist, 1500 Begegnungen.“ Bei 100 Gehern am Pistenrand seien das aber 150 000 Begegnungen. „Das Gefahrenpotenzial ist da“, sagt Lorenz. „Es sind mittlerweile ja auch viele Anfänger darunter.“

Besonders an engen, unübersichtlichen Stellen sei die Zusammenstoß-Gefahr groß. Deshalb sollen die Tourengeher bergauf ausgewiesene Alternativstrecken nutzen - beispielsweise am Roßkopf und Taubenstein. „Runter können sie gerne unsere Pisten nutzen“, sagt Lorenz.

Dass die Zahl der Tourengeher stark gestiegen ist, bestätigt DAV-Sprecher Thomas Bucher. Die Kooperation mit den Liftbetreibern gebe es seit 2003, jedoch seien 2010 so viele Tourengeher unterwegs gewesen, dass es Konflikte gegeben habe. „Wenn 30 am Rand der Piste unterwegs sind, ist das kein Problem - bei mehreren Hundert schon.“ (ddy)

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