Bundeswehr-Uni entscheidet

Landrat Kreidl muss Doktortitel abgeben

Landkreis - Jetzt ist es amtlich: Landrat Jakob Kreidl (61) muss seinen Doktortitel abgeben. Das hat der zuständige Fakultätsrat der Universität der Bundeswehr in Neubiberg einstimmig beschlossen.

Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden. Nachdem im März im Internet erste Vorwürfe laut geworden waren, wonach Jakob Kreidl große Teile seiner Dissertation "Der Kosovo-Konflikt - Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven zur Stabilisierung einer Krisenregion" abgeschrieben haben soll, hatte der Landrat im April selbst erklärt, nicht mit der nötigen Sorgfalt zu Werke gegangen zu sein. Gleichzeitig erklärte er, seinen Doktortitel nicht länger führen zu wollen.

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Aberkennen kann ihn allerdings nur die Universität der Bundeswehr, und das ist im Rahmen der Fakultätsratssitzung am Mittwoch geschehen. In einer Presseerklärung heißt es: "Nach ausführlicher und abwägender Diskussion der vorliegenden Gutachten sowie aller einschlägigen rechtlichen Gesichtspunkte und unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte des vorliegenden Falls, stimmte der Fakultätsrat der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften einstimmig zu, den mit Urkunde vom 31. Mai 2005 verliehenen Doktorgrad zurückzunehmen." Kreidl werde aufgefordert, seine Promotionsurkunde abzugeben. Die Arbeit stelle keine eigenständige wissenschaftliche Leistung dar und sei damit nicht dissertationswürdig gewesen.

Kreidl selbst werde sich im Laufe des Tages zu der Entscheidung äußern, heißt es aus dem Landratsamt.

sh

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