Lamas erobern Kinderherzen

Grub - Seit einem Jahr bietet Olaf Fries Lama-Trekking-Touren für Familien an der Mangfall an. Immer wieder beobachtet er: Aus Scheu wird schnell dicke Freundschaft.

Lama-Hengst Charly ist neugierig, Franziska und Benjamin sind es auch. Doch während das Tier forsch auf die beiden Kinder zugeht, verstecken die sich hinter ihren Mamas. „Ich kenn’ noch gar keine Lamas“, erklärt die Vierjährige aus München und betrachtet die vier Lamas von Olaf Fries aus sicherem Abstand. Der 42-Jährige kennt das. Seit einem Jahr bietet er Lama-Trekking-Touren an der Mangfall für Kinder an, die Strecke vereinbart er individuell. „Die Scheu ist schnell überwunden“, sagt er. Und tatsächlich: Franziska wagt den ersten Streichelversuch. „Der Hals ist ganz weich“, verkündet sie.

Die Nachbarskinder aus Grub bei Valley halftern die Lamas an. Jeder Handgriff sitzt, die Zehnjährigen statten ihren vierbeinigen Lieblingen oft einen Besuch ab und kennen sich aus. „Lamas spucken nicht die Menschen an“, räumt Michi (10) mit dem weitverbreiteten Vorurteil auf.

Reiten dürfen die Kinder nicht auf den Lamas, aber bei längeren Wanderungen tragen die Tiere die Rucksäcke. Die Leine zu halten ist spannend genug für Franziska. „Komm mit“, ruft sie Latisha zu, die bereitwillig lostrabt, immer den anderen hinterher. „Lamas sind total motivierend“, erzählt Fries. Ohne die Tiere fänden viele Kinder Wandern langweilig, mit ihnen würden sie lange Strecken bewältigen. Und Lamas sind Herdentiere, was Ausflüge mit ihnen einfach macht. Leitstute Anahi übernimmt die Führung. Sie ist mit ihren zwei Jahren das älteste Lama von Fries.

Mit seinem Nachbarn Konstantin Klages baute er vor einem Jahr den offenen Stall für seine Tiere. Wand an Wand leben sie dort mit Klages Bayern-Kamelen. Die großen Höcker-Tiere stehlen den kleinen Lamas nicht die Show, zumindest nicht bei kleinen Kindern. „Die schauen die Kamele zwar an, schmusen aber lieber mit den Lamas“, erklärt Fries.

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