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Robert Huber tritt für SPD an

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Von: Stephen Hank

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Robert Huber Landrats-Kandidat Miesbach
Glückwunsch zu 100 Prozent: Kreisvorsitzende Christine Negele und Kreisfraktionssprecher Martin Walch (r.) rahmen Landratskandidat Robert Huber ein. © Andreas Leder

Landkreis - Der erste Landratskandidat steht offiziell fest: Robert Huber (55) geht für die SPD ins Rennen. Bei der Nominierungsversammlung in Miesbach erhielt er 100 Prozent der Stimmen.

So einen vollen Saal hätte man der SPD im Landkreis gar nicht zugetraut. Da staunte auch Kreisvorsitzende Christine Negele: „Hier verliert man leicht den Überblick.“ Abstimmungsberechtigt waren tatsächlich nur 30 SPD-Delegierte. Die anderen zwei Drittel waren Freunde und Unterstützer des Wiesseer Vizebürgermeisters Robert Huber, darunter auch der Wiesseer Rathauschef Peter Höß (FW).

Jakob Kreidl wirft hin: "Nehme Amt nicht mehr an" 

Robert Huber schon im März als Kandidat vorgeschlagen

Schon im März hatte der erweiterte Kreisvorstand den 55-jährigen Huber als neuerlichen Landratskandidaten vorgeschlagen, am Freitagabend nun folgte im Bräuwirt in Miesbach die offizielle Nominierung.

Man möchte schon von einer liebevollen Inszenierung sprechen. Zur Unterhaltung spielten Hans Schmid und seine Blasmusiker, mit warmen Worten würdigten Negele und Kreisfraktionssprecher Martin Walch ihren Parteikollegen. Der war bereits 2008 angetreten, hatte damals 16,7 Prozent der Stimmen geholt. „Mittlerweile ist Robert Huber schon etwas bekannter geworden“, sagte Negele mit Verweis auf sein Amt in Bad Wiessee und die Arbeit in diversen Kreisgremien.

Walch würdigte Huber nicht nur als Vollblut-, sondern auch als menschlichen Politiker, der sich in den vergangenen Jahren über die Partei hinaus hohe Wertschätzung erarbeitet habe. „Er kann nicht nur Kandidat, er kann auch Landrat“, betonte Walch, der Hubers wirtschaftlichen Sachverstand und sein ausgleichendes Wesen lobte. So habe der Kraftfahrzeugmeister beispielsweise als Fuhrparkleiter und langjähriger Personalratsvorsitzender der Stadt Tegernsee, als Aufsichtsratsvorsitzender der Baugenossenschaft Lenggries und beim Bau des Rettungszentrums in Bad Wiessee bewiesen, „dass er beruflich top ist“.

Da ist Robert Hubers Wahlkampf-Programm

Den Menschen in den Mittelpunkt seiner Politik zu stellen, das

Robert Huber Landrats-Kandidat Miesbach
Robert Huber (55) geht bei der Landratswahl in Miesbach für die SPD ins Rennen. © tp

betonte Huber in seiner Bewerbungsrede. Seine Schwerpunkte skizzierte er in drei Kurzreferaten. Zum einen plädierte er für die Schaffung kommunalen Wohnraums und dessen Bewirtschaftung durch die Städte und Gemeinden in Form von Kommunalunternehmen.

Sorgen bereitet dem 55-Jährigen zudem die demographische Entwicklung. Huber will sich dafür einsetzen, dass in jeder Gemeinde Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen geschaffen werden. „Sie müssen so selbstverständlich werden wie Kindergärten oder Schulen.“ Und schließlich forderte er den Erhalt und die Stärkung der dörflichen Strukturen. Man dürfe das aktive Leben nicht immer mehr an den Rand drängen: „Ein Handwerksbetrieb muss sich auch mal im Ort ansiedeln können.“

Huber verspricht fairen Wahlkampf

Für den Wahlkampf versprach der Wiesseer einen fairen Umgang mit dem politischen Gegner. Eine Schmutzkampagne werde es mit ihm nicht geben. „Gott sei Dank bin ich zu einer Zeit vorgeschlagen worden, als die Welt für Jakob Kreidl noch in Ordnung war“, sagte er mit Blick auf die Plagiatsvorwürfe gegen den amtierenden CSU-Landrat und dessen Verwicklung in die sogenannte Verwandtenaffäre im Landtag. „Niemand kann mir vorwerfen, dass ich etwaige Schwächen ausnutzen möchte.“

Ehe alle 30 Delegierten geschlossen für Huber stimmten und ihn der Saal mit stehenden Ovationen feierte, wollte Kreis- und Gemeinderat Hans Putzer aus Holzkirchen dann aber doch noch „ein bisschen Wahlkampf“ in die Veranstaltung gebracht wissen. Worin denn der maßgebliche Unterschied zwischen ihm und Kreidl bestehe, wollte er von Huber wissen. „Ich arbeite gerne in Gremien und sehe mich als Teil des Ganzen“, antwortete Huber. „Jakob Kreidl ist lieber Vorsitzender und dominiert gerne Runden.“ Auch Vorsitzende Negele sieht in Huber die bessere Alternative: „Als Landrat wird er auf die Bürger schauen und nicht in erster Linie darauf, wie der Landkreis nach außen hin dasteht.“

Robert Hubers Wahlkampf-Homepage

Stephen Hank

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