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Virtuos und mit Schalk im Nacken: Das Quintett Esbrassivo begeisterte gleichermaßen durch schwungvoll-Spritzige Musik und schmissige Ansagen. Für einen konzertanten Tütenknaller wurde auch das Publikum eingepsannt

Quintett Esbrassivo: Spritziger Musikzauber auf dem Wendelstein

Bayrischzell - Das weithin bekannte und preisgekrönte Blechbläser-Quintett Esbrassivo musizierte unter freiem Himmel vor 250 Zuhörern auf der Wendelstein-Terrasse

Bayrischzell - Ein traumhaft schöner, in allen Farben leuchtender Sonnenuntergang - erlebt in 1724 Metern Höhe - ist für sich allein schon ein wunderbares Erlebnis. Dieses bereicherte das Blechbläser-Quintett Esbrassivo bei seinem mit etwa 250 Berg- und Musikfans sehr gut besuchten Konzert auf der Aussichtsplattform des Wendelsteins (später aus Kältegründen im Panoramarestaurant). Zu hören waren fetzige, mitreißende sowie auch besinnliche Klänge.

Bereits im dritten Jahr begeisterte die flotte Truppe mit ihren extravaganten Arrangements, die einen kurzweiligen Querschnitt durch alle Genres und Epochen boten. So traf Händels leuchtende „Königin von Saba“ bei glutrotem Abendhimmel auf ein wildes, feurig dargebrachtes Western-Medley. Daraufhin perlte Mozarts „Kleine Nachtmusik“ voll Verve und künstlerischer Schaffensfreude.

Bei Esbrassivo paaren sich technische Souveränität, Kreativität und jugendliche Frische. Letztere durchzog auch die amüsanten Moderationen und kleinen Anekdoten von Hornist Marinus Brückmann. Seine Worte strotzten geradezu von Spontaneität und Einfallsreichtum. Immer wieder wandte er sich gezielt an einzelne Zuschauer: „Die Frau, deren Handy gerade geläutet hat, bezahlt nachher eine Runde Schnaps für alle.“ Neben einer witzigen Einlage von Trompeter Josef Lang auf einer Vuvuzela, der eine Hymne auf Deutschlands „moralischen Sieg“ bei der Fußballweltmeisterschaft bot, sorgte die „Mitmachnummer“ für großes Amüsement: Das Publikum sollte bei einem rhythmisch präzise interpretierten Marsch beim Schlussakkord gleichzeitig (!) kleine Mülltüten geräuschvoll zerplatzen lassen. Kein leichtes Unterfangen.

Die einzelnen Musiker taten sich immer wieder durch virtuose Solo-Einlagen hervor. So glänzte Posaunist Markus Bauer bei dem Song „Music to watch girly by“ durch sein dynamisches Spiel. Trompeter Korbinian Weber tat sich durch seine rasend schnellen, exakten Läufe hervor. Für das passende, vollmundige klangliche Basis sorgte vor allem Thomas Stadler auf seiner Tuba.

Das „expressive Konzert“ ging mit mehreren Zugaben wie der kunstvoll für Blechbläser arrangierten g-Moll-Fuge von Johann Sebastian Bach zu Ende. An diese Fuge schlossen sich während der stimmungsvollen nächtlichen Talfahrt in der Wendelstein-Zahnradbahn weitere musikalische Einlagen an.

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