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Sondereinsatzkommando stürmt Haus von Jäger (31)

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Fahrzeuge des SEK auf dem Hof des Jägers.
Fahrzeuge des SEK stehen auf dem Hof des Jägers. © Andi Leder

Valley - Rund 30 Polizeibeamte haben gestern das Wohnhaus eines 31-jährigen Jägers nach Waffen durchsucht. Die Razzia war laut Landratsamt eine Präventivmaßnahme.

Rund 30 Polizeibeamte, darunter auch Kräfte des Sondereinsatzkommandos (SEK), haben am Donnerstag ein Haus in Valley nach Waffen durchsucht. Hintergrund: Das Landratsamt Miesbach hatte dem 31-jährigen Jäger, der dort wohnt, kurzfristig aufgefordert, seine Waffen abzugeben. Mitarbeiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit haben den Bescheid persönlich überbracht – und sicherheitshalber die Polizisten dabei.

Nach Angaben eines Landratsamts-Sprechers besitzt der 31-Jährige insgesamt zwölf Kurz- und Langwafffen, die alle, zum Teil seit zehn Jahren, für die Jagd zugelassen sind.

Die Polizei sperrte die Straßen ab.
Die Polizei sperrte die Straßen ab. © Andi Leder

Trotzdem hatte das Landratsamt die sofortige Herausgabe der Waffen angeordnet. Grund: Der Mann war vor einigen Tagen in München in eine Verkehrskontrolle geraten. Im Auto hatte er einige seiner Waffen gelagert. „Bei der Kontrolle stellten die Polizisten fest, dass der Mann einen sehr aufgeregten und verwirrten Eindruck macht“, berichtet der Sprecher. Das auffällige Verhalten des Mannes habe die Polizei dazu bewegt, das Landratsamt zu informieren. „Es war zu befürchten, dass der 31-Jährige mit den Waffen nicht ordentlich umgeht.“

Vor dem Hintergrund des Amoklaufs von Winnenden habe das Landratsamt sicherheitshalber sofort reagiert und die Herausgabe der Waffen angeordnet. Beim Polizeieinsatz habe sich der Mann kooperativ gezeigt, teilt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit. Aus diesem Grund wurde der 31-Jährige auch nicht festgenommen.

So viele Waffen gibt es in Oberbayern

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Kurz vor 18 Uhr war die Razzia zu Ende. Ergebnis: Alle zwölf Waffen samt Munition gefunden und beschlagnahmt. Illegale Waffen wurden nicht entdeckt. Nun hat der Jäger sechs Wochen Zeit, anhand eines ärztlichen Attests zu beweisen, dass er auch in Zukunft Waffen besitzen und mit ihnen umgehen darf.

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