Resi legt den Stift weg

Eben - Die Puppen- und Figuren-Entwicklerin Prosel schließt mit 85 Jahren ihren Laden. Noch läuft der Verkauf.

Mit der JU 2000, einer traditionellen Trachtenpuppe mit Hut, hat vor mehr als 30 Jahren alles begonnen. Mittlerweile hat Resi Prosel über 300 solcher kleinen Kunstwerke entworfen und verkauft. Ihre handgearbeiteten Holz- und Rupfenpuppen, Engel und Krippenfiguren sind der Glanzpunkt auf jedem Christkindlmarkt. Ihre Bozener Krippe steht im Heimatmuseum von Schliersee. Ihr Autoengel: ein echter Verkaufsschlager. Fans hat die gebürtige Wienerin auf der ganzen Welt. Und doch: Schluss. Aus. Ende. Im Alter von 85 Jahren schließt Resi Prosel Ende des Jahres ihr Geschäft in Eben.

„Es geht einfach nicht mehr“, erklärt Resi Prosel. Sie sei einfach zu alt, die Gesundheit wolle nicht mehr so wie sie es gerne hätte und einen Nachfolger habe sie nicht finden können. Ein Umstand, den auch Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner bedauert. „Das ist ein großer Verlust. Mit ihren Produkten hat Resi Prosel das Leitzachtal bis nach Amerika bekannt gemacht“, sagt Lechner. Und weiter: „Sie hat den Menschen in schwierigen Zeiten Arbeit gegeben, war immer sehr sozial.“

Der Autoengel, der noch heute in vielen Wagen über die Fahrer wacht, ist nicht nur „ihr tägliches Brot“, wie sie es formuliert, sondern auch ihre Lieblingsfigur, die sie gerne das Wörnsmühler Parteiabzeichen nennt. Über eine Million Mal hat sie die Figur schon verkauft. „Manchmal hat man einfach eine Sternstunde, die man nutzen muss.“ Resi Prosel hat ihre Ideen immer genutzt. Aber jetzt ist Schluss. Aus. Ende. „Es ist viel leichter ein Geschäft aufzubauen als aufzugeben. Das ist sauschwer.“

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