Skepsis in Sachen digitaler Behördenfunk

Landkreis - Die Unsicherheit - überall im Saal war sie spürbar: Wie gefährlich ist der digitale Behördenfunk wirklich? Um diese Frage drehte sich alles beim Informationsabend zum Tetra-Funk im Miesbacher Bräuwirt.

Die Bürgerinitiative (BI) „Tetrafunkfreier Landkreis Miesbach“ hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Dabei berichteten Experten über technische Stärken und Schwächen, gesundheitliche Risiken sowie Kosten des Tetra-Netzes.

Bislang sind Gemeinden und Kreis kaum in die Pläne für den Digitalfunk eingebunden. Doch die fehlende Informationspolitik ist nicht das einzige Problem. „Tetra ist systembedingt für den Katastrophenschutz nicht tauglich“, sagte Funktechniker Ulrich Weiner, der jahrelang im Katastrophenschutz gearbeitet hat. Das Todesurteil für ein Funksystem, das als Sicherheitsnetz funktionieren soll. „Dieses System wurde nie für Sicherheitsanwendungen konzipiert.“ Bis heute habe Tetra keinen Stresstest - wie zum Beispiel Großschadensereignisse - bestanden. Das würden Warnungen und Erfahrungsberichte aus anderen Ländern, in denen Tetra bereits seit Jahren im Einsatz ist, belegen. Regelmäßig sei dort das Tetra-Netz ausgefallen. Manche Länder funken daher wieder analog.

Was Tetra so anfällig macht? Der hohe Stromverbrauch und die zentrale Serversteuerung. Das System ist permanent im Einsatz - und nicht wie der Analogfunk nur bei Bedarf. „Daraus ergibt sich eine 24-Stunden-Dauerbestrahlung, auch wenn keiner spricht“, sagte Weiner. Tetra werde das neunte Mobilfunknetz sein - womöglich mit Folgen für die Gesundheit. Von erkrankten Menschen aus Ländern mit Tetra-Funk berichtete Umweltmedizinerin Barbara Dohmen. Seit etwa 15 Jahren komme eine völlig neue Klientel in ihre Praxis im Schwarzwald: Patienten, die unter Elektro-Sensibilität leiden.

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