Steigeisen sind dann doch zu gefährlich

Strand-Atmosphäre im Schnee

Spitzing - Ende März startet an der Talstation der Taubensteinbahn die „Snow-Volleyball-Tour 2012“. Es ist zugleich die Deutschland-Premiere von Schnee-Volleyball.

Das Wichtigste: mehrere Paar Schuhe und Socken einpacken. „Barfuß ist es ziemlich kalt“, sagt Patrick Schwaack und muss grinsen. Der Ex-Volleyball-Bundesligaspieler von Generali Haching muss es wissen. Er hat schon im Schnee Volleyball gespielt. Und bald tut er das auch am Spitzingsee. Am 30. und 31. März startet an der Talstation der Taubensteinbahn die „Snow-Volleyball-Tour 2012“. Es ist zugleich die Deutschland-Premiere von Schnee-Volleyball. Und Schwaack ist schon jetzt heiß darauf: „Das ist die perfekte Symbiose aus Sport, Wettkampf, Show und Emotionen.“

Volleyball im Schnee? Eigentlich wird die Sportart ja in der Halle oder im Sand gespielt. In Österreich hat sich aber seit 2009 aber die Variante im Schnee etabliert. Es ist dort sogar ein eingetragener Profisport. „Das ist eine Trendsportart. Es geht nicht nur um den sportlichen Wettkampf, sondern auch um die Show“, erklärt Martin Kaswurm. Der 25-jährige Österreicher ist Geschäftsführer der Agentur „Chaka2“, die im März den Auftakt der Tour am Spitzingsee veranstaltet. „Wir wollten einfach mal raus und zum großen Bruder nach Deutschland.“

Die beiden amtierenden Bayerischen Beachvolleyballmeister, Max Hauser und Benedikt Doranth sind jedenfalls überzeugt davon, dass Schnee-Volleyball das Zeug dazu hat, sich hierzulande durchzusetzen. „Beach-Volleyball hat in den USA auch mal klein angefangen“, sagte Hauser bei einer Pressekonferenz am Spitzingsee. „Ich freue mich schon auf das Turnier und werde mir auf jeden Fall Fußballschuhe zulegen.“

Volleyball mit Kickschuhen? Auch Schwaack greift darauf zurück. Stollen sind im Schnee laut Kaswurm völlig in Ordnung, Bergsteigerausrüstung sei dagegen nicht nötig. „Ein Teilnehmer hatte mal seine Steigeisen dabei, das war dem Schiedsgericht dann aber doch zu gefährlich.“

Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie beim Beach-Volleyball. Benedikt Doranth vom Bayerischen Volleyball-Verband (BVV) betont, dass der Verband die Sportart unterstütze. Ebenso wie die Gemeinde Schliersee. „Es ist klasse, dass so ein Event erstmals in Bayern und dann auch noch am Spitzingsee stattfindet“, freut sich Jörn Alkofer, Geschäftsleiter der Gemeinde Schliersee. „Wir haben durch den Alpentriathlon Erfahrungen mit Sportveranstaltungen. Wenn also ein Ort für so einen Wettbewerb prädestiniert ist, dann sicher Schliersee.“

Entstanden ist die Idee im Übrigen via Facebook. Eine Freundin von Margot Niedermüller, Vorsitzende des Schlierseer Gewerbeverbands, kommentierte einen Beitrag Kaswurms mit den Worten „So ein Turnier würde perfekt bei uns am Spitzungsee passen.“ Kaswurm sprang sofort darauf an. Nach einem Treffen mit der Gemeinde und Niedermüller wurden Nägel mit Köpfen gemacht. „Snow-Volleyball läuft in Österreich super, in Wagrain waren im vergangenen Jahr um die 3000 Zuschauer“, erzählt Niedermüller. Eine Zahl, die sie sich in Spitzing auch wünscht. „Vor allem für die jungen Leute im Ort ist das eine tolle Veranstaltung.“

Marc Lamberger

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