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Tal-Hirte wider Willen

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Tegernsee/Holzkirchen - Bischof Marx hat ein Machtwort gesprochen: Sitz des neuen Pfarrverbands Tegernsee-Egern-Kreuth wird St. Quirinus Tegernsee. Die Überraschung: Dekan Walter Waldschütz wird die dort die Leitung übernehmen.

Jetzt ist es offiziell: Sankt Quirinus in Tegernsee wird ab Herbst Sitz des neuen katholischen Pfarrverbandes Tegernsee-Egern-Kreuth. Damit sind auch die Karten zur Personalbesetzung neu gemischt. Die Entscheidung von Erzbischof Reinhard Marx ist jedoch eine echte Überraschung: Dekan Walter Waldschütz (57), 23 Jahre lang Seelsorger für über 8500 Gläubige im Pfarrverband Holzkirchen-Föching, übernimmt die Leitung in Tegernsee.

Freiwillig räumt der gebürtige Irschenberger das Holzkirchner Pfarrhaus nicht. „Aber ich weiß, was Gehorsam ist“, sagt Waldschütz über seine Berufung. Er gehe seine neue Aufgabe „mit Vertrauen auf die Menschen im Tegernseer Tal“ an. Waldschütz macht kein Geheimnis daraus, dass er sich seinen weiteren Lebensweg als Pfarrer eigentlich anders vorgestellt und mit einem Posten in Tegernsee nicht geplant hatte. „Der Erzbischof hat aber persönlich bei mir angerufen und mich gebeten, die Stelle zu übernehmen“, sagt Waldschütz, der als ein Förderer der Laienarbeit gilt und sich für die Ökumene engagiert. „Da konnte ich schlecht nein sagen.“ Er wisse um die geistliche und kulturelle Bedeutung des Klosters Tegernsee. Ein Aspekt, der auch für das Erzbischöfliche Ordinariat bei seiner Entscheidung eine wesentliche Rolle gespielt hat. Die Nachfolge in Holzkirchen ist noch völlig offen.

Die Entscheidung ist eine Enttäuschung für den bisherigen Pfarrverband Egern-Kreuth (5600 Gläubige). Bereits 2007 machten St. Laurentius (Egern) und St. Leonhard (Kreuth) eine Fusion durch, nun müssen sie sich erneut einem Zusammenschluss beugen. Rottachs Pfarrer Norbert Kley (53) hatte bereits angekündigt, nicht mehr zur Verfügung zu stehen, falls Tegernsee das Rennen macht. Wohin ihn seine Zukunft führt, ist noch ungewiss. „Die Diskussion um den Pfarrsitz ist nun zu Ende. So ist nun mal der Verlauf eines demokratischen Vorgangs“, sagt Kley. „Meine Aufgabe bis zum Herbst ist nun, dafür zu sorgen, dass alle die Entscheidung mittragen.“ Der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider, zugleich Vorsitzender des dortigen Pfarrgemeinderats, will die Zukunft mit Tegernsee „ganz offen“ angehen. „Wir werden versuchen, ein gutes Miteinander zu gestalten.“ Ein wenig Trost: Die drei Pfarreien sollen laut Ordinariat gleichberechtigt bleiben – mit Eucharistiefeier am Sonntag, Vorabendmesse und eigenem Pfarrbüro.

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