Bei den Taxifahrern formiert sich Widerstand. Die Zunft wehrt sich gegen die neuen Preisvorstellungen der AOK. Frank Kuhle (3.v.r.) vom Landesverband und Taxi-Unternehmer Markus Schmid (2.v.l.) machten den Kollegen Mut. Foto: al

Taxi-Unternehmer protestieren gegen AOK-Vergütung

Landkreis - Die Taxi-Unternehmen im Landkreis sind verärgert: Die AOK senkt die Tarife für Krankentransporte. Das wollen sie sich nicht gefallen lassen. Es formiert sich Widerstand.

Die Gebühren für Krankentransporte ergaben sich bislang aus der Taxitarifordnung, sind aber im Oktober des vergangenen Jahres erhöht worden, im Schnitt um sieben Prozent. Seitdem gilt: 3,40 Euro Grundpreis, 1,80 Euro für die ersten beiden Kilometer, 1,50 Euro bis zum fünften und ab dann 1,30 Euro.

Das ist der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) zu teuer. Deshalb hat sie zum Jahresende die Verträge mit den hiesigen Taxi-Unternehmen aufgelöst und eine neue unterschriftsreife Vereinbarung mit einem festgelegten Kilometerpreis von 1,25 Euro für Einzelfahrten verschickt. Viel zu wenig, wie Sebastian Stegmayer vom gleichnamigen Miesbacher Unternehmen findet. Diesem Entgelt stünden 5,20 Euro für den ersten Kilometer laut Taxitarifordnung gegenüber. Stegmayer hat den neuen Vertrag nicht unterschrieben.

Und er ist nicht der Einzige. Das zeigte sich jetzt bei einer Versammlung im Brotzeitstüberl von Anton Leitner am Spitzingsattel. Dorthin waren elf Vertreter der Zunft gekommen, um über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten. „Tut Euch zusammen und arbeitet miteinander“, sagte Markus Schmid. Der Taxi-Unternehmer aus dem baden-württembergischen Ortenau-Kreis war gekommen, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Ihm war es im Jahr 2006 mit seinen Kollegen gelungen, einen ähnlichen AOK-Vertrag abzuwenden und die Bezahlung nach Tarif durchzusetzen.

Und auch Frank Kuhle vom Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmer machte den Anwesenden Mut: Die Krankenkasse habe schon in mehreren Regionen versucht, ihre Preisvorstellungen durchzusetzen. Vergeblich. „Die haben sich vor Gericht immer eine blutige Nase geholt.“ Die Taxi-Fahrer im Landkreis wollen sich jetzt regelmäßig einmal im Monat treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Schuld an den neuen Konditionen sind Anton Granich zufolge die angehobenen Taxitarife. „Das ist nach unserer Vorstellung zu viel“, sagt der Fachbereichsleiter Fahrtkosten bei der AOK-Direktion Bad Tölz, die auch für den Landkreis Miesbach zuständig ist. Aufgrund von bayernweiten Erfahrungswerten habe man einen eigenen Tarif festgelegt, der jetzt den Taxi-Unternehmen vorgelegt wurde. Mehr als 150 000 Euro im Jahr gebe die Kasse allein für Fahrtkosten aus. Das sei viel Geld. „Und alles, was wir ausgeben, müssen wir auch wieder reinholen.“ Über den Mitgliedsbeitrag. Sollten sich die Taxi-Unternehmer weiterhin querstellen, gehen die Aufträge laut Granich an Mietwagen-Anbieter. Diese sind an keinen Tarif gebunden, weil sie - im Gegensatz zu den Taxis - nicht Teil des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs sind.

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