Verkehrsüberwacher auf Abwegen

Holzkirchen - Die Holzkirchner Verkehrsüberwacher haben in Valley geblitzt. Zahlen sollte unter anderem ein Gemeinderat. Er beschwerte sich. Jetzt bekommen 226 Schnellfahrer ihr Geld zurück.

­ Die Verkehrswächter hatten kurz vor den Toren der Marktgemeinde an der Staatsstraße 2073 Stellung bezogen. Der Valleyer Gemeinderat Hans Lindmeier drückte nur ein klein wenig zu fest aufs Gas. Sieben Stundenkilometer schneller als erlaubt passierte er den Messpunkt. Zehn Euro sollte er auf Aufforderung des Zweckverbandes kommunale Verkehrssicherheit Oberland zahlen.

Lindmeier stutzte. Schließlich hatte der Valleyer Gemeinderat, dem er angehört, gegen den Beitritt zum Zweckverband gestimmt. "Ganz bewusst", wie Lindmeier sagt. Die Stelle, an der er geblitzt worden war, liegt aber bereits auf Valleyer Boden. "Da haben die nichts verloren. Und das Geld geht an den Markt Holzkirchen", folgerte der Valleyer. Er beschwerte sich telefonisch bei den Verkehrsüberwachern. Die zeigten sich einsichtig. "Sie haben sich entschuldigt. Es hieß, ich kann den Bescheid wegwerfen", berichtet Lindmeier.

Gunther Füßle, Stellvertretender Leiter des Zweckverbandes, zeigt sich zerknirscht. "Uns ist das sehr peinlich", gesteht er freimütig ein. Der Fehler resultiere aus einer alten Aufstellung von Messpunkten. Diese sei dem im vergangenen Jahr neu installierten Zweckverband von dem Vorgänger-Unternehmen in die Hand gegeben worden.

Die gute Nachricht für alle 226 Schnellfahrer, die an dieser Stelle geblitzt worden sind: Die Verfahren werden ungeachtet der Gewichtigkeit des Verstoßes eingestellt, niemand muss zahlen oder bekommt Punkte. Wer schon überwiesen hat, erhält sein Geld zurück.

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