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Sieht nur leicht verbogen aus, ist aber ein wirtschaftlicher Totalschaden. Ein Gutachten bestätigt, dass sich eine Reparatur des Feuerwehrfahrzeugs nicht mehr lohnt. Die an dem Unfall beteiligten Fahrer waren beide betrunken.

Betrunken im Einsatz

Miesbach - Das Drehleiterfahrzeug der Miesbacher Feuerwehr ist hin. Beschädigt wurde es bei einem Unfall, bei dem sowohl der Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs als auch die Unfallverursacherin betrunken waren.

Seitens der Polizei sind die Ermittlungen abgeschlossen, wie Walter Stumbeck, Stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Miesbach, bestätigt. Nun geht der Fall an die Staatsanwaltschaft München II. Die wird zu klären haben, wer an dem Unfall wie viel Schuld trägt. Wie berichtet, war die Feuerwehr Miesbach am Freitag, 17. September, auf dem Rückweg zum Feuerwehrhaus, als sich der Unfall ereignete. Kurz nach 20 Uhr kam eine 73-jährige Schlierseerin auf der Industriestraße, nördlichster Abschnitt, nach links vom eigenen Fahrstreifen ab und schrammte am entgegenkommenden Feuerwehrauto entlang. Beide Autos mussten abgeschleppt, die Frau obendrein ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei geht nach derzeitigem Sachstand von einem Verschulden der Schlierseerin aus.

Problematisch wird die Sache, weil beide Fahrer betrunken waren. Wie Stumbeck sagt, liegt der so genannte Gefahrengrenzwert bei 0,3 Promille. Wer darüber liegt und einen Unfall baut, muss schon wirklich völlig schuldlos sein, um keine Probleme zu bekommen. Dieser Punkt wird nun gerichtlich geklärt. Auch der damals 33-jährige Feuerwehrmann am Steuer des Drehleiterfahrzeugs hatte gebechert.

Für die Stadt Miesbach ist die Angelegenheit vor allem deshalb „ungut“, wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz sagt, weil die Versicherung nur den Wiederbeschaffungswert des kaputten Feuerwehrfahrzeugs bezahlt und davon den Restwert des alten auch noch abzieht. Die Stadt muss folglich auf jeden Fall in die Tasche greifen. Ob in eine neue Drehleiter - Kostenpunkt laut Pongratz 650 000 Euro, staatliche Zuschüsse 175 000 Euro - investiert oder ein gebrauchtes Modell gesucht wird, steht in den Sternen, so die Bürgermeisterin. Der Stadtrat werde sich in seiner nächsten Sitzung im Dezember mit dem Thema befassen. In jedem Falle, so Heider, werde man versuchen, das alte Fahrzeug loszuwerden. „Für sowas gibt es Aufkäufer.“

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