Wie geht es im Haindlkeller voran? Über den Fortschritt im selbstverwalteten Jugendzentrum Miesbach haben sich jetzt Stephanie Haury und Siri Frech bei Martin Szeike, Fabian Ekstedt und Erhard Pohl (v.r.) informiert. Im Hintergrund ist die bereits die künftige Bar mit Verkaufsfenster zu erkennen. Foto: Thomas Plettenberg

Forscherteam im Haindlkeller

Miesbach - Der Notausgang ist bereits angelegt, die Bar und das Büro sind schon zu erkennen, und auch die Treppen sind bereits gegossen. Der Miesbacher Haindlkeller nimmt Gestalt an.

Und das vor allem Dank der Jugendlichen, die fast täglich an ihrem selbstverwalteten Jugendzentrum werkeln. Finanzielle Unterstützung erhalten sie dabei vom Forschungsprojekt „Jugend belebt Leerstand“.

Über den Fortschritt der vergangenen Wochen haben sich jetzt Projektleiterin Stephanie Haury vom Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung sowie Forschungsassistentin Siri Frech vom Studio UC vor Ort informiert. Sie interessiert vor allem, ob sich der Haindlkeller tatsächlich in ein Jugendzentrum verwandeln lässt. Denn bis jetzt ist „Jugend belebt Leerstand“ nur eine Hypothese. Diese zu bestätigen oder zu widerlegen ist quasi Aufgabe der Jugendlichen.

Die Bausubstanz in den Griff zu bekommen - darin liegt für Haury eine der Herausforderungen beim Haindlkeller. Es ist eines der ältesten Gebäude im Forschungsprojekt. Bundesweit erhalten insgesamt zwölf Vorhaben Unterstützung. Auch der Bau an sich ist laut Haury interessant. Immerhin planen die Jugendlichen in einem der beiden großen Säle des ehemaligen Bierlagers ein Haus im Haus in Holzbauweise. Zweistöckig soll es werden und vor allem Bands Proberäume bieten. „Prima Konzept“, lautet das Urteil.

Aber nicht nur das: Auch die Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen und Stadtverwaltung kommt bei dem Forscherteam gut an. „Wir waren zunächst skeptisch, ob es mit dieser Zwangsehe klappt“, gibt Frech zu und lässt sich gerne eines Besseren belehren. Aber: „Wir haben uns erst zusammenraufen müssen“, sagt Martin Szeike, Sprecher des Vereins Eigeninitiativ, der sich mit dem Ziel, ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Miesbach zu etablieren, gegründet hatte.

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