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Stürmischer Auftritt: Marcus H. Rosenmüller beim Besuch im Oberland Kinocenter Hausham.

Marcus H. Rosenmüller stellt in Hausham seinen neuen Film vor

Hausham - Es war ein Gastspiel in seiner Heimatgemeinde: Marcus H. Rosenmüller stellte am Samstagabend im Oberland Kinocenter Hausham seinen neuen Film "Wer's glaubt wird selig" vor.

Marcus H. Rosenmüller hält nichts von Wundern. „Ich verstehe aber die Sehnsucht danach“, sagt er. Genau deshalb widmet der bayerische Kult-Regisseur diesem Thema seinen neuen Film „Wer’s glaubt wird selig“. Die abgedrehte Klerikalkomödie stellte der 39-Jährige am Samstagabend in seiner Heimatgemeinde Hausham bei einem Filmgespräch im Oberland Kinocenter vor.

Kein Wunder: Der abgedrehte Streifen verlangt nach mancher Erklärung. Das bayerische Dorf Hollerbach steht kurz vor dem Exodus. Vor Jahren ist die Schneefallgrenze über den Ort hinweg gewandert und mit ihr auch alle Touristen. Das Dorfleben liegt danieder. Da erscheint es dem gebürtigen Hamburger Georg (Christian Ulmen) als Wink des Himmels, dass seine garstige, bigotte Schweigermutter Daisy (Hannelore Elsner) das Zeitliche segnet. Die Katholikin wird in ihrem Privatschrein von einem Kruzifix erschlagen. Georg findet: Daisy soll heiliggesprochen werden! Damit käme Hollerbach als Wallfahrtsort zu neuem Glanz. Doch für die Heiligsprechung im Eilverfahren braucht es zwei handfeste Wunder. Die höheren Mächte bemüht Georg mit einem Bestatter, einem Polizisten und einem Dorflehrer getreu dem Motto: „Heilige Daisy, bitt’ für uns!“. Für die absurden Vorgänge interessiert sich schnell auch Papst Innozenz XIV. (Nikolaus Paryla) und schickt einen Prüfer ins Dorf – ehe der Pontifex selbst zum Spaghetti-Essen kommt.

In seinem neuesten Werk ist Rosenmüller nichts und niemand heilig. Das Drehbuch von Hollywood-Regisseur Jeremy Lewen übersetzte Rosenmüller nicht nur, sondern spickte die absurde Handlung mit allerlei schwarzem Humor und überhöhten Szenen. So trägt der falsche italienische Pfarrer ein lateinisches Asterix-Gebet vor, oder der inszenierte Überfall im Dorf-Supermarkt mutiert zum Wunder. Zudem hat Rosenmüller einige raffinierte Details in den Szenen versteckt. „Erst nach dem dritten Mal Anschauen haben wir den Film kapiert“, witzelt er. Die skurrile Handlung mit hintergründigen Charakteren kommt an: Das Publikum – das Kino war zu zwei Dritteln besetzt – quietscht vor Lachen. So abgehoben die Geschichte ist: Der Wundermacher aus Hausham bleibt auch nach seinem neunten Film in sechs Jahren ein bodenständiger, lockerer Typ.

38 Tage lang hat sein Team im Herbst 2011 „Wer’s glaubt wird selig“ gedreht. Die Bergkulisse stammt von der Sonnenalm am Sudelfeld, das Dorfambiente von Kastl in der Oberpfalz. „Wie kommt man eigentlich in den Vatikan zum Filmen?“, will eine Zuschauerin wissen. Der Chef verrät’s: Die Szenen im Inneren drehte das Team gar nicht im Vatikan, sondern auf dem Schloss von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in Regensburg. Nur die Außenaufnahmen entstanden am Petersplatz, in zwei Tagen. „Das war Harakiri“, sagt Rosenmüller und lacht. Überhaupt sei der gesamte Filmdreh „sehr anstrengend“ gewesen. Wegen der viele Drehorte, Motive und Wunder.

Doch seine Crew habe sauber Gaudi gemacht und viel improvisiert. „Wir haben an die Geschichte geglaubt“, sagt Rosenmüller. Ein bisschen Angst habe er aber vor Hannelore Elsner gehabt, weil sie ja ein Star sei. Und: „Sie hat gesagt: ,Ich will eine schöne Leiche sein'“. Am Drehort haben sie die Leiche dann immer vor Elsner versteckt – „weil ihr das Ergebnis wohl nicht gefallen hätte“.

Ob der Kirche sein Film gefällt, ist auch fraglich. Noch habe es jedenfalls keine Reaktionen gegeben. Rosenmüller glaubt aber, dass auch Kardinäle Sinn für Humor haben.

Vera Markert

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