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Rinderstau - Organisation gegen Tradition

Schliersee - Auch der schönste Brauch hat seine Schattenseite: Als am Samstag sieben Bauern ihre Herden von den Almen trieben, gab es auf der B 307 bei Fischhausen kilometerlange Staus und Kratzer im Lack. Ein Schlierseer fordert eine bessere Koordination - zum Unmut der Almbauern.

Karl B. Kögl (72) ist Mitglied im Kompetenzteam der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) und engagiert sich seit rund 40 Jahren für Wirtschaft und Tourismus in der Region. Michael Hinterstoißer ist Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayerns (AVO). Eigentlich zwei, denen Brauchtum und die traditionelle Almwirtschaft gleichermaßen am Herzen liegt. Bei der Organisation des Almabtriebs scheiden sich allerdings die Geister.

Kögl schreibt in einer offenen E-Mail an Hinterstoißer: Der Almabtrieb habe im Landkreis eine lange Tradition und sei ein besonderes Ereignis für die Almbauern. Deshalb solle das Aufkranzn und das Treiben eine Attraktion sein und kein Ärgernis. Am Samstag, als sieben Bauern im Abstand von ein bis zwei Stunden ihre Herden über die B 307 in Richtung Schliersee trieben, sei eher letzteres der Fall gewesen. Kögl - selbst Anwohner - berichtet von Staus mit bis zu drei Kilometern Länge. Und: „Das Hupen teils verängstigter Autofahrer wirkt ja auch nicht unbedingt beruhigend auf die Tiere.“ Sein Vorschlag: Eine konzertierte Aktion, bei der die Straße an einem Vormittag gesperrt wird und sämtliche Almbauern ihren Abtrieb auf einmal machen. „Der Landwirt hat keinen Ärger, und die Staus entfallen.“ Gefahrensituationen könnten vermieden werden.

Hinterstoißer weilte in Regensburg und war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen, dafür aber die Almbauern selbst, und die sind von Kögls Vorschlag alles andere als begeistert: „Die Herden gemeinsam runtertreiben, das funktioniert nicht“, sagt Marlene Leitner, die am Samstag mit ihrem Mann Max Leitner ihre gemeinsame Herde von der Valepp Alm nach Schliersee getrieben hat. Auch Sebastian Blindhuber hat am Samstag seine Herde ins Tal begleitet, von der Pötzinger Alm, unterhalb der Rotwand, bis zu seinem Hof südlich von Parsberg. Trotz des Verkehrs-Chaoses will auch Blindhuber sich nicht die Freiheit nehmen lassen, selbst über seinen Abtrieb zu entscheiden. Warum, das lesen Sie in der heutigen Printausgabe. (kmm)

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