Auf den Spuren des Nosferatu-Produzenten

Bayrischzell - Albin Grau - in Bayrischzell kannte den Maler und Produzenten des Filmklassikers Nosferatu fast jeder, in der Forschung ist kaum etwas über ihn bekannt. Der Kölner Stefan Strauß hat sich für seine Doktorarbeit auf Spurensuche begeben.

Bis zu seinem Tod 1971 lebte Albin Grau in Bayrischzell - und hat vielfältige Spuren in der Gemeinde hinterlassen. Diese hat der Kölner Stefan Strauß jetzt sichtbar gemacht. Nach seinem Aufruf im Miesbacher Merkur seien jede Menge Mails bei ihm eingegangen, sagt der 33-Jährige. Mittlerweile ist die Doktorarbeit abgegeben und mit Bestnote bewertet worden - auch Dank der Mithilfe vieler Bayrischzeller. „Jeder hat eine Story zu ihm parat, und in vielen Häusern hängen noch Originalbilder, die er bei den Kunstausstellungen verkauft hat“, sagt Strauß. Allein im Hotel Wendelstein sind es etwa 30.

In Bayrischzell gibt es viele Zeitzeugen, die Grau persönlich begegnet sind. „Den meisten hier ist er durchaus bekannt.“ Auch wenn nicht jeder tatsächlich mit ihm geredet hat. Werner Kastl vom Hotel Wendelstein kannte ihn nur vom Vorbeischlendern. Mal ein „Grüß Gott“ - mehr hat der Hotelier mit dem Filmproduzenten und Maler nicht gewechselt. Zu den vielen Graus in seinem Hotel ist er durch seinen Vater Alois Kastl gekommen. „Die haben sich ganz gut gekannt“, weiß Kastl - und dass sein Vater, einst Bürgermeister der Gemeinde, ein Liebhaber lokaler Kunst war. Im Zimmer des jetzigen Rathaus-Chefs hängt noch immer eins, eine Ansicht des Miesings. Nicht einmal hat Helmut Limbrunner darüber nachgedacht, es abzuhängen.

„Grau war ein Kunsthandwerker“, sagt Strauß. Er habe gemalt, um sich finanziell über Wasser zu halten. Einen eigenen Stil hat er nie entwickelt, immer nur kopiert, so der 33-Jährige. „Ihm fehlte die von innen heraus motivierte Suche nach Antworten. Deshalb hat er sich immer bei anderen orientiert.“ Und genau deshalb konnte Grau laut Strauß auch nicht mehr an den Erfolg von „Nosferatu“ anknüpfen. „Er war an der Spitze der deutschen Filmkunst und konnte daraus keinen Ruhm schlagen.“

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