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Wenige Booster für Kinder und Jugendliche, viele Quarantäne-Fragen

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Von: Christian Masengarb

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Am Haushamer Impfzentrum entfallen bislang weniger als vier Prozent aller Booster-Impfungen auf Menschen unter 20 Jahren.
Am Haushamer Impfzentrum entfallen bislang weniger als vier Prozent aller Booster-Impfungen auf Menschen unter 20 Jahren. © Thomas Plettenberg

Das Impfzentrum in Hausham boostert Jugendliche und Kinder schon seit Anfang Januar. Bislang kommen aber nur wenige überhaupt für die Auffrischung infrage. Die neuen Quarantäneregeln sorgen derweil für Nachfragen beim Gesundheitsamt.

Landkreis – Die am Donnerstag von der Ständigen Impfkommission (Stiko) herausgegebene Empfehlung für Booster-Impfungen bei Zwölf- bis 17-Jährigen wird für das Impfzentrum in Hausham wenig ändern. Dort erhalten Kinder und Jugendliche schon seit Anfang Januar Auffrischungen zum Corona-Schutz „in der altersentsprechenden Dosierung“ des Biontech-Vakzins, wie sie jetzt die Stiko vorschlägt. Abläufe und Regeln entsprechen der neuen Empfehlung, sagt eine Landratsamt-Sprecherin.

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Wenige Booster für Kinder und Jugendliche

Genaue Zahlen, wie viele Kinder und Jugendliche im Impfzentrum bislang einen Booster erhalten haben, liegen dem Landratsamt nicht vor. Die Statistik der Impf-Software fasst alle Menschen unter 20 Jahren zu einer Gruppe zusammen, also auch einige 18- und 19-Jährige. Das verzerrt die Zahlen etwas. Trotzdem legen die Daten nahe: Bislang haben nur wenige Kinder und Jugendliche im Impfzentrum einen Booster erhalten: Rund 23 000 Auffrischungen für Menschen ab 20 Jahren stehen weniger als 1000 für Menschen unter 20 Jahren gegenüber – das entspricht einem Anteil von nur rund vier Prozent.

Das Landratsamt glaubt, trotz Stiko-Empfehlung werde sich dieser Trend vorerst fortsetzen. Da Kinder und Jugendliche später in die Impfkampagne eingestiegen sind als ältere Menschen, seien viele von ihnen nicht lange genug grundimmunisiert, um für den Booster infrage zu kommen. Das Impfzentrum sei jedoch auch auf eine steigende Nachfrage sehr gut vorbereitet, sagt die Sprecherin: Derzeit gebe es dort für alle Altersklassen „fast keine Wartezeiten mehr“.

Wichtig: Diese Zahlen decken nur das Impfzentrum ab. Zu Boosterimpfungen für Kinder und Jugendliche bei Hausärzten liegen dem Landratsamt keine Daten vor. Die Behörde erhält Zahlen zu Auffrischungen in Praxen nur zusammengefasst, nicht nach Altersklassen aufgeschlüsselt.

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Viele Quarantäne-Fragen

Durch die steigenden Infektionszahlen im Landkreis und die am Dienstag angepassten Quarantäneregeln, erhält das Gesundheitsamt derzeit viele Nachfragen zu dem Thema. „Eine Änderung der Quarantänezeiten bringt ein kurzzeitiges Durcheinander und damit entstehen selbstverständlich Fragen“, sagt die Landratsamt-Sprecherin.

Wer ebenfalls Fragen hat, dem helfen drei wichtige Punkte zu den neuen Regeln, auf die die Sprecherin verweist. Der wichtigste: Ab heute müssen Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne, wenn sie geboostert sind oder einen ähnlichen Schutz besitzen – also frisch Zweitgeimpfte, frisch Genesene, nach einer Genesung doppelt Geimpfte oder nach Zweitimpfung Genesene.

Punkt zwei: Alle anderen Kontaktpersonen müssen zehn Tage in Quarantäne, können sich mit PCR- oder Schnelltests aber nach sieben Tagen freitesten. Ausnahmen sind Schüler und Kinder, die Kitas besuchen: Sie können sich bereits nach fünf Tagen freitesten. Für Beschäftigte in vulnerablen Einrichtungen wie Krankenhäusern gelten strengere Regeln.

Punkt drei: Die Vorgaben für Infizierte ähneln denen ungeimpfter Kontaktpersonen: zehn Tage Isolation, nach sieben Tagen mit PCR- oder Schnelltests freitesten – im Gegensatz zu Kontaktpersonen gilt dies für Infizierte aber nur, wenn sie zu diesem Zeitpunkt seit 48 Stunden symptomfrei sind.

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