Das Haus des Gastes ist schon lange in keinem guten Zustand mehr. Es gehört dem Unternehmer Thomas Strüngmann und soll einem Hotel weichen. Fotos: Andreas Leder

Abschied von Haus des Gastes naht

Bad Wiessee - Die Tage des Wiesseer Haus des Gastes sind gezählt. Vor Beginn der Saison 2014 wird die Tourist-Info wohl in ein Büro am Lindenplatz ziehen. Die Volkshochschule bekommt ein Büro im Rathaus. Nur wann hier ein Hotel stehen wird, weiß niemand.

Geht alles nach Plan, zieht die Tourist-Info (TI) Ostern 2014 ins Kreissparkassengebäude am Lindenplatz. Dort hat derzeit noch Autobus Oberbayern ein Büro. „Der Standort ist super“, sagt Georg Overs, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Etwa 90 Quadratmeter stehen im Erdgeschoss zur Verfügung, zudem gibt’s einen Büroraum im ersten Stock.

Genug Platz für die TI-Mitarbeiter, vier Vollzeitkräfte und zwei Teilzeitkräfte. Noch sind die Vertragsverhandlungen nicht abgeschlossen, auch das offizielle Okay der TTT-Gesellschafterversammlung und des Gemeinderates steht noch aus. Aber Bürgermeister Peter Höß ist zuversichtlich, dass der Umzug zügig vonstatten geht. Er hofft darauf, schon um der Kosten willen: Das marode Haus des Gastes verschlingt pro Jahr 25 000 Euro Energiekosten. Jetzt soll es leer werden, bereit für den Abriss.

Außer der TI befindet sich noch das Büro der Volkshochschule (Vhs) in dem alten Gemäuer. „Das sind nur ein Schreibtisch und ein Telefon“, sagt Höß. Er werde der Vhs-Leiterin Renate Laubmann ein Büro im Rathaus zur Verfügung stellen. Bleibt noch der Lesesaal, in dem viele Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Der größte Teil davon, findet Höß, könnte in den gemeindeeigenen Gasthof Zur Post verlegt werden.

Mit dem Pächter Kurt Geiß sei die Gemeinde im Gespräch. „Da kann man im Leseraum auch einen Kaffee anbieten“, erklärt der Bürgermeister. Außerdem trage der Gasthof jetzt schon den Namen Bürgerzentrum. „Dann verdient er ihn auch.“

Höß will abschließen mit dem Haus des Gastes, den Strom abstellen und die Heizung. Eigentümerin ist die Gemeinde seit Ende 2012 nicht mehr. Wie berichtet, hat der Tegernseer Unternehmer Thomas Strüngmann das Gebäude mitsamt einem 11 600 Quadratmeter großen Areal erworben. Sein Ziel ist es, ein Luxushotel am Seeufer zu bauen.

Er wird das Haus des Gastes abreißen lassen, wenn er den Platz für sein Hotelprojekt braucht. Dessen Realisierung ist noch immer nicht in Sicht. Der Grund: Um Platz zu gewinnen für ein Fünf-Sterne-Haus, soll das ehemalige Spielbank-Gelände, jetzt im Besitz von Strüngmann, mit dem Grundstück des leer stehenden Hotels Lederer verschmolzen werden. Letzteres gehört der Grünwalder Firma RDR. Seit Ende 2011 laufen die Verhandlungen um einen Verkauf. Die Positionen sind verhärtet. RDR will mehr Geld von Strüngmann haben als die 6,2 Millionen Euro, die Firma beim Erwerb kurz vor der Zwangsversteigerung bezahlt hat - mit Verweis auf die Kosten, die seitdem angefallen sind. Strüngmann wiederum will weniger berappen - schließlich sei der Wert der Immobilie gesunken.Die Verhandlungen stocken.

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