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Alles oder nichts am Steinberg

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Die Pläne präsentierten (v.l.) Herbert Wagenpfeil, Christian Harisch und Sepp Hartl. Das Interesse an dem Info-Abend war sio groß, dass die Stühle im Saal nicht ganz ausreichten.  Foto: Thomas Plettenberg
Die Pläne präsentierten (v.l.) Herbert Wagenpfeil, Christian Harisch und Sepp Hartl. Das Interesse an dem Info-Abend war sio groß, dass die Stühle im Saal nicht ganz ausreichten. Foto: Thomas Plettenberg

Waakirchen - Christian Harisch am Margarethenhof ein Gesundheitszentrum bauen. Ein Plan, der die Mariensteiner bewegt. Bei der Präsentation wurde der Platz im Saal knapp.

Es ist das Idyll hoch oben am Steinberg, das Harisch bezaubert. Er ist sicher, dass ihn sein Gespür nicht trügt. Dass hier oben gelingt, was das Dorf Lans bei Innsbruck weltweit bekannt gemacht hat: Der Betrieb eines medizinischen Zentrums, in dem gestresste Gäste entschlacken, regenieren und wieder zu einem gesunden Leben finden. Das ist der Kundschaft viel Geld wert. "Der Lanserhof hat eine Auslastung von 95 Prozent", berichtete Harisch den Mariensteinern im voll besetzen Saal des Golfhotels Margerethenhof. Der Hotelier und Unternehmer hatte alle Bürger zur Präsentation seiner Pläne eingeladen.

Vom Waakirchner Gemeinderat wurde das Projekt im Grundsatz schon am 20. April abgesegnet. Doch das Genehmigungs-Verfahren beginnt erst, es sind noch längst nicht alle Hürden genommen. Manchem Mariensteiner macht die Planung Angst. Schließlich soll Großes entstehen. Ein zweigeschossiges Gesundheitszentrum mit 70 bis 80 Betten, angegliedert ein Badehaus. Auch das bestehende Golfhotel soll wachsen. 38 Zimmer hat es derzeit, 75 oder sogar 90 Zimmer sollen es werden. Lansmed Waakirchen, das bedeutet auch rund 150 bis 200 Arbeitsplätze, ganzjährig. Und Harisch hat es eilig. Im Oktober will er loslegen.

Vorgestellt wurde die Planung von dem Haushamer Architekten Herbert Wagenpfeil. Darin sah seine Kollegin Kathrin Weber, zweite Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal, schon die erste Unehrlichkeit. Die - im Übrigen wunderschöne - Gebäudeplanung stamme einem Hamburger Architektenteam. "Warum schiebt man da einen Planer aus der Region vor?", fragte sie aus der ersten Zuhörerreihe. Harisch reagierte gelassen. Es gehe hier um die Bauleitplanung, die Einbindung in die Umgebung. Damit sei Wagenpfeil betraut. Grundsätzlich lege sein Unternehmen viel Wert darauf, örtliche Betriebe zu beschäftigen, so Harisch.

Ohne kräftige Investitionen ist nach Einschätzung Harischs der Margarethenhof nicht zu führen. Mit der Golfanlage sei noch nie auch nur ein Euro verdient worden, ließ er wissen. Und keinen Zweifel daran, dass es um alles oder nichts geht: Entweder wird die - ohnehin schon abgespeckte - Planung realisiert, oder die Anlage ist nicht zu halten.

Bei der Diskussion gab’s leidenschaftliche Befürworter wie Rudi Reber, die von einer einmaligen Chance sprachen, einen sauberen, leisen und gewinnbringenden Betrieb anzusiedeln, der den Mariensteinern Arbeitsplätze am Ort beschere.“ Andere fürchteten den Verkehr und die Verschmutzung des Festenbachs. Die Ausmaße der Neubauten seien zu groß, die Situation am Kreisel in Marienstein ohnehin ein Problem. Bernhard Bendel kündigte an, ein Bürgerbegehren zu starten.

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