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In diesem Haus in Rottach-Egern starb die 87-jährige Rentnerin. Die Umstände sind immer noch ungeklärt.

Badewannen-Mord: Neue Zeugen, neue Beweise

Rottach-Egern - Überraschung vor Gericht beim Badewannen-Mord: Kein Urteil, der Prozess wird im Januar fortgesetzt:

Alles hatte schon auf das Urteil im mutmaßlichen Badewannen-Mord gewartet. Doch dann kam gestern alles anders: Das Gericht verkündete keine Entscheidung, sondern stieg wieder in die Beweisaufnahme ein und hörte erneut Zeugen. Ein Verteidiger von Hausmeister Manfred G. (51), der am 28. Oktober 2008 Lieselotte K. (87) aus Rottach-Egern in der Badewanne ertränkt haben soll, hatte in seinem Plädoyer mehrere Hilfsbeweisanträge gestellt. Somit geht der Prozess dieses Jahr nicht mehr zu Ende. Er wird im Januar fortgesetzt. In den Schlussanträgen hatte Staatsanwalt Florian Gliwitzky wie schon beim ersten Prozess gegen Manfred G. erneut auf Mord plädiert und damit eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Manfred G. habe in einer „emotional aufgeheizten Stimmung“ so auf Lieselotte K. eingewirkt, dass zwei Hämatome im Hinterhauptbereich entstanden seien. G. habe gewusst, dass sich K. nichts gefallen ließ und auch immer damit liebäugelte, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um seine Tat zu verdecken, habe er ihren Kopf ins Wasser gedrückt, so dass sie verstarb. Einen Sturz der Witwe in die Badewanne hielt der Ankläger aufgrund der Zusammenschau aller Komponenten für ausgeschlossen.

Die Verteidiger Peter Huber und Gunter Widmaier forderten Freispruch. Sie gehen davon aus, dass die alte Frau stark verschmutzte Wäsche, die sie von einem Krankenhaus-Aufenthalt mit nach Hause bekommen hatte, in der Wanne einweichen wollte und hineinstürzte. Sie habe bereits zuvor eine „Sturzneigung“ gehabt. „Der Sturz mit dem Kopf auf einen Stuhl ist auch nicht viel besser, nur dass da kein Wasser drin ist“, sagte Widmaier.

Nach den Plädoyers ging es nun wieder mit der Beweisaufnahme weiter – was nicht der übliche Lauf der Dinge ist. Die Vorsitzende griff etwaigen Spekulationen in die eine oder andere Richtung vor: Aus dem weiteren Vorgehen lasse sich keine Schlussfolgerung auf das Urteil ableiten. Da es nur zwei Entscheidungsmöglichkeiten gebe – Freispruch oder Lebenslang - müsse sich das Gericht auf jeden Fall mit der Frage der Revision beschäftigen. Das heißt: Eine Partei wird so oder so Revision beim Bundesgerichtshof einlegen, der bereits das Lebenslang-Urteil im ersten Prozess wegen eines Formfehlers aufgehoben hat. So wurden gestern erneut sechs Zeugen gehört, unter anderem ein Meteorologe des Wetterdienstes. Der berichtete, dass am 28. Oktober 2008 um 17.01 Uhr in Rottach-Egern die Sonne untergegangen sei, anschließend folge die „bürgerliche Dämmerung“. Die Verteidigung hatte Näheres dazu wissen wollen. Denn als die Leiche gegen 18.30 Uhr gefunden wurde, brannte Licht in der Wohnung. Manfred G. aber habe die Wohnung bereits gegen 15 Uhr verlassen. Der Prozess dauert an.

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