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In diesem Haus in Rottach-Egern ist die 87-Jährige gestorben.

Badewannen-Mord: Zum zweiten Mal lebenslang

Rottach-Egern – Zum zweiten Mal musste ein Hausmeister vom Tegernsee gestern das härteste Urteil hören, das es gibt: Lebenslänglich wegen Mordes. Dabei waren die Verteidiger von Freispruch ausgegangen.

Manfred G. (51) wirkt zuversichtlich, als er am Dienstag um 16 Uhr aus dem Zellentrakt in den Verhandlung@ssaal geführt wird. Doch dann tritt das Gericht ein, die Vorsitzende Richterin Petra Beckers verkündet das Urteil: Manfred G. ist schuldig des Mordes. Er wird zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Verurteilte erstarrt, leise schüttelt er den Kopf. Eine Verwandte läuft hinaus und weint. Seine beiden Verteidiger sacken in sich zusammen. Sie hatten sich – und dem Angeklagten – in den letzten Wochen große Hoffnungen auf einen Freispruch gemacht.

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Mit dem gestrigen Urteil wurde der Hausmeister Manfred G. bereits zum zweiten Mal zu lebenslanger Haft verurteilt – weil er im Oktober 2008 in Rottach-Egern (Kreis Miesbach) die 87 Jahre alte Witwe Lieselotte K. in der Badewanne ertränkt haben soll. Das Landgericht München II verurteilte ihn bereits im Mai 2010 wegen Mordes. Doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil wegen eines Rechtsfehlers auf – das Gericht hatte vergessen, einen rechtlichen Hinweis zu erteilen. Deshalb wurde der sogenannte Badewannenmord vor einer anderen Strafkammer des Landgerichts noch einmal aufgerollt.

Die neuen Richter kommen nun zu dem gleichen Ergebnis wie die alten: Manfred G. sei mit Lieselotte K. in Streit geraten und habe ihr zweimal auf den Kopf geschlagen oder sie gegen einen harten Gegenstand geschubst. Um diese Straftat zu vertuschen, habe er Wasser in die Wanne eingelassen und die Witwe darin ertränkt. Drei bis fünf Minuten habe er sie unter Wasser gedrückt, erklärt die Vorsitzende. „Bis sie kein Lebenszeichen mehr von sich gab.“

Einen eiskalt geplanten Mord sieht die Strafkammer nicht. G. habe nie vorgehabt, die Schläge gegen den Kopf der alten Dame mit Tötungsvorsatz auszuführen. Doch dann habe er Panik gekommen. „Widerstreitende Gefühle“ seien in ihm aufgekommen. Einerseits habe er Hilfe holen wollen. Andererseits habe er gewusst, dass Lieselotte K. die Schläge publik machen und den Hausmeister anzeigen würde. Er habe gefürchtet, seine Aufgabe zu verlieren. „Hausmeister war für ihn nicht nur ein Job“, sagt Beckers, „sondern er war Hausmeister mit Leib und Seele.“ Die Aufgabe habe seinem „Selbstverständnis“ entsprochen. „Das hatte eine ganz große Bedeutung für ihn.“ Deshalb die Panik. Die zeigt sich laut Gericht auch darin, dass er zur Tatzeit zweimal kurz versucht hat, den Hausarzt anzurufen, aber gleich wieder aufgelegt hat.

Die Vorsitzende dreht und wendet in der Urteilsbegründung alle Thesen und Antithesen. Auch die wichtigste der Verteidigung: Lieselotte K., die vorher wegen schweren Durchfalls im Krankenhaus war, habe in der Badewanne verschmutzte Wäsche einweichen wollen – und sei dabei ins Wasser gestürzt. Das Gericht rekonstruiert sämtliche Sturzmöglichkeiten – und betrachtet sie zusammen mit weiteren Befunden: den Blutergüssen, die mit „intensiver stumpfer Gewalt“ erzeugt wurden; die Angst von Lieselotte K. vor der Badewanne. Ergebnis: Das passe nicht zusammen. Das sei kein häuslicher Sturz. „Da muss jemand nachgeholfen haben.“

Nina Gut

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