Das sind die Dorffestmacher

Bad Wiessee - Zusammen haben sie das Bayern 3-Dorffest nach Bad Wiessee geholt, zusammen schlagen sie sich die Nächte um die Ohren und sind dabei auch noch dicke Freunde geworden: die Bad Wiesseer Dorffestmacher.

„Wenn das Dorffest vorbei ist, fallen wir wohl nächste Woche alle in ein Loch.“ Morgen ist der große Tag endlich da. Bella Moisl fällt es jetzt schon schwer, sich ihren Alltag ohne den Vorbereitungsstress für die große Bayern 3-Party vorzustellen. Die 26-jährige Hotelfachfrau und ihre knapp 20 Mitstreiter der Wiesseer Dorffest-Truppe leben seit vier Wochen auf der Überholspur: Fernsehautritte, Medienanfragen und jede Menge zu organisieren.

Begonnen hat die Dorffest-Reise im kleinen Kreis. Rathausmitarbeiterin Sissi Mereis kann sich noch gut erinnern, wie ihr Kollege Michael Herrmann, Geschäftsleiter der Gemeinde Bad Wiessee und Initiator der Bewerbung, zur ihr ins Büro kam: „Wir haben eine Woche Zeit für ein Bewerbungsvideo.“

Nun waren Ideen gefragt. „Wir haben einen Rundruf gestartet“, erzählt Mereis. Die Resonanz war groß. Auch die Hauptrolle für das Bewerbungsvideo war schnell gefunden. „Die Bella war wegen einem Termin im Rathaus. Ihre offene, charmante Art ist dann bei uns einfach hängen geblieben.“

Von Mal zu Mal wurde die Gruppe größer. Auch Andreas Guillon musste Herrmann nicht zweimal fragen. „Der Michi hat so gebettelt, da haben wir Mitleid gehabt“, scherzt er. Zum Online-Voting haben sich die Wiesseer bei Marianne Buchberger auf der Terasse getroffen.

Zu zehnt saßen sie an ihren Laptops und haben für Bad Wiessee Stimmen abgegeben bis spät in die Nacht – und bis die Wlan-Verbindung überfordert war. „Das war wie ein Fieber, das einen antreibt“, erinnert sich Buchberger. Der oft zitierte Schlachtruf „Wiessee – mir gengan steil“ stammt übrigens nicht aus der Feder irgendeiner Marketingagentur sondern von Buchbergers 17-jähriger Tochter Vroni.

Es ist genau dieser Gemeinschaftsgedanke, den die Wiesseer für sich entdeckt haben. „Man hat sich vorher zwar schon gekannt, aber nicht so gut“, sagt Buchberger. Jetzt sind aus dem Zusammenschluss enge Freundschaften entstanden. Auch Guillon freut die positive Entwicklung der Gruppe: „Du weißt jetzt, was jeder so treibt und wo seine Stärken liegen, was für ein Potenzial Bad Wiessee hat.“

Dass das Dorffest am Ende tatsächlich an den Tegernsee kommt, damit haben die wenigsten gerechnet. „Vor dem Voting war’s noch Gaudi, spätestens beim Halbfinale wurd’s dann richtig ernst“, sagt Moisl. Dabei haben die Wiesseer nie den Spaß an der Sache verloren. „Das war unser Vorteil. Die Konkurrenz aus Schonungen war da ziemlich verbissen“, erzählt Michael Strauß. Selbst die anstrengenden Tage und kurzen Nächte schaffen es nicht, die Stimmung in der Dorffest-Truppe zu drücken. Auch wenn der enorme Aufwand das Berufs- und Familienleben strapaziert. „Das ist ein großes Opfer“, sagt Guillon. „Aber alle unterstützen uns. Man spürt da einfach die Gemeinschaft.“

Den regelmäßigen Stammtisch möchte die verschworene Gemeinschaft selbstverständlich beibehalten. „Ich hoff, dass das lange anhält“, sagt Guillon. „Wenn in fünf Jahren irgendwas ist, weiß ich, wo ich anrufen kann.“

Tassilo Pritzl

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