Schock-Diagnose beim FC Bayern: Nächster Star fällt wochenlang aus

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Platz für 25 000 Menschen: So in etwa sieht der Plan für das ehemaligen Spielbank-Gelände aus. Auf der Bühne (weiß) im rechten Eck treten die Showacts auf. Davor sind zwei Wellenbrecher (orangefarbene Linien) aufgebaut. An den 23 Buden (hellgrün) bieten die Wiesseer Vereine kulinarische Schmankerl an. An den Getränkeständen (gelb) und im Biergarten (gelbes Rechteck) werden Bier und Softdrinks verkauft. Die Absperrzäune (rote Linien) rund um die Bühne trennen den Backstagebereich ab.

16.000 Becher und 50.000 Rostbratwürste

Bayern3-Dorffest: So wird die Party ablaufen

Bad Wiessee - Mehr als 20 000 Besucher werden zum Bayern 3- Dorffest am Samstag erwartet. Für das Tegernseer Tal eine Party in nie dagewesener Größe.

Der große Sitzungssaal im Bad Wiesseer Rathaus gleicht einer Einsatzzentrale aus einschlägig bekannten Krimiserien. An den Wänden stehen Tafeln, die mit weißen DIN A4-Zetteln gespickt sind. Auf dem großen Tisch, an dem sonst Gemeinderat oder Bauausschuss tagen, sind mehrere Laptops aufgebaut. Christian Singer hat hier die „Einsatzleitung“, wie er es gerne nennt. Am Tag des Finales haben sich alle Vereine zusammengeschlossen, um für die Bewirtung beim Dorffest zu sorgen. Singer wurde zum Cheforganisator ernannt. An 23 Ständen werden die Besucher kulinarisch verköstigt. Und das zu „sozial-verträglichen Preisen“, betont Singer. „Das ist schließlich ein Familienfest.“ Die Zahlen, mit denen er rechnet, sind beeindruckend: 34 000 Semmeln, 6000 Portionen Grillfleisch, 16 000 Mehrwegbecher und nicht zu vergessen die 50 000 Rostbratwürste, die FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß spendiert. Und das ist nur ein kleiner Auszug. „Diese Mengen sind so unreal, da muss man abstrakt denken können. Das ist wie bei der Stabsplanung“, sagt Singer.

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Koordinieren die Verpflegung: (v.l.) Markus Schumm, Raphael Stekl, Christian Singer, Christiane Stoib und Thomas Lange im Wiesseer Rathaus.

Dabei profitiert der hauptberufliche Rettungsassistent von seiner Ausbildung beim Katastrophenschutz. Zwischen 350 und 400 Leute sind am Festabend im Einsatz. Allesamt aus Wiesseer Vereinen, von der Wasserwacht oder der Feuerwehr. Um das alles zu koordinieren bedarf es einer straffen Planung. Für jeden Stand gibt es eine Mappe mit Lageplan, einem Budenverantwortlichen, Nummern der Ansprechpartner und einem klar definierten Aufgabenbereich. „Das ist ein bisschen wie bei der Bundeswehr“, scherzt Singer. Anders sei ein Fest dieser Größenordnung gar nicht zu bewältigen. Die Erfahrung von den See- und Waldfesten kommt den freiwilligen Helfern zwar zu Gute, das Dorffest multipliziere aber alles noch mit dem „Faktor X“, wie Singer es nennt. „Das sind Dimensionen, mit denen haben wir uns im Tegernseer Tal noch nicht beschäftigt.“ Die Mammutaufgabe zehrt an Singer und seinen Kollegen. Auf 15 bis 18 Stunden Arbeit bringt er es jeden Tag. „Ich komm schon auf dem Zahnfleisch daher. Aber es macht Spaß und ich mach’s gern.“ Für den Geburtstag seiner Frau konnte Singer vergangene Woche gerade mal eineinhalb Stunden aufbringen. „Zum Glück ist meine Familie sehr verständnisvoll.“

Auch sein Arbeitgeber, der Rettungsdienst, ist ihm „sehr entgegengekommen“. Singer und seine Kollegen opfern für das Dorffest ihre Freizeit. Doch sie machen es gerne. „Wir wollen was bewegen.“ Dieses Motto zeigt sich auch im kurzfristig gegründete Vereinsverbund „Bayern 3-Dorffest“. „Alle haben ein Ziel“, sagt Singer. „Wir wollen uns gut präsentieren und verkaufen. Das ist eine unbezahlbare Werbung für Bad Wiessee.“ Allein durch das Dorffest-TV im Bayerischen Fernsehen gehen beinahe täglich Bilder aus Bad Wiessee über den Sender. 110 000 Bayern haben die Live-Sendung von der Seepromenade am Montag gesehen. Deutschlandweit waren es 160 000. Mit solch gewaltigen Zahlen ist Singer ja mittlerweile bestens vertraut.

Tassilo Pritzl

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