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Eine bittersüße Botschaft an den Ministerpräsidenten

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Sag's mit Pralinen: (v.l.) Georg Overs, Heinz Waldenmaier, Anastasia Stadler und Bernhard Kaiser hatten für Ministerpräsident Horst Seehofer die Schreiben in Sachen TegernseeCard und einen Korb Pralineneier mitgebracht. Unter vielen weißen Eiern befindet sich ein schwarzes: Es steht für die Seenschifffahrt, die kein Partner sein will. Foto: Thomas Plettenberg
Sag's mit Pralinen: (v.l.) Georg Overs, Heinz Waldenmaier, Anastasia Stadler und Bernhard Kaiser hatten für Ministerpräsident Horst Seehofer die Schreiben in Sachen TegernseeCard und einen Korb Pralineneier mitgebracht. Unter vielen weißen Eiern befindet sich ein schwarzes: Es steht für die Seenschifffahrt, die kein Partner sein will. Foto: Thomas Plettenberg

Tegernsee - Feine Pralineneier für Ministerpräsident Horst Seehofer - mit einer wenig schmackhaften Botschaft. Die lautet: Die Bayerische Seenschifffahrt zeigt sich als schwarzes Ei, beziehungsweise Schaf - weil sie kein Partner der TegernseeCard sein will.

Die Gelegenheit hätte nicht günstiger sein können. Strahlend präsentierte sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer auf dem Miesbacher Marktplatz, neben sich Kanzlerin Angela Merkel. Ein Anlass, den Heinz Waldenmaier, Betreiber eines Gästehauses in Tegernsee, nutzte, um bei Seehofer für ein großes Anliegen zu werben: die Beteiligung der Bayerischen Seenschifffahrt an der TegernseeCard.

Wie berichtet, hat Finanzminister Markus Söder eben dies erst im Mai in einem Schreiben an Landrat Jakob Kreidl abgelehnt. Mit der Ablehnung wollen sich die Gastgeber, vertreten durch die Verkehrsvereine, nicht abfinden. Heinz Waldenmaier hatte Seehofer bereits bei einer Wahlveranstaltung in Wolfratshausen auf das Problem angesprochen. Seehofer erklärte, er werde sich persönlich kümmern - und erhielt bei seinem Besuch in Miesbach ein ganzes Bündel Papier, überreicht von Waldenmaier, Overs, Anastasia Stadler als Vorsitzende des Rottacher Verkehrsvereins und ihrem Wiesseer Kollegen Bernhard Kaiser. Es handelte sich um mehr als 20 Schreiben, in denen unter anderem alle Bürgermeister des Tegernseer Tals, eine Reihe von Politikern, treue Urlauber sowie zahlreiche Organisationen und Verbände, die eine Beteiligung der Seenschifffahrt an der TegernseeCard fordern.

Begleitet wurde dies von einem süßen Gruß aus der Waakirchner Pralinenmacherei Eybel: viele weiße Eier als Symbol für die Partner der TegernseeCard, wie etwa Bergbahnen und Seesauna, und ein schwarzes Ei mit der Aufschrift BSS - für Bayerische Seenschifffahrt. „So etwas bleibt vielleicht besser in Erinnerung“, meinte Waldenmaier. Er hatte in den Tagen vor dem Besuch des Ministerpräsidenten Organisationen, Verbände und Privatleute angesprochen und um schriftliche Unterstützung gebeten. Damit stehe das Anliegen jetzt auf einer wirklichen breiten Basis, erklärte Overs. Er sei Waldenmaier für seine Aktion sehr dankbar.

Schon am Vorabend hatte der Rottacher Bürgermeister Franz Hafner (FWG) im Gemeinderat von der Aktion Waldenmaiers berichtet und seine Unterstützung bekundet. Bei der Seenschifffahrt handle es sich zwar um eine private Einrichtung, doch befinde sich diese zu 100 Prozent in der Hand des Freistaats, erinnerte Hafner. Für die Weigerung, sich an der Card zu beteiligen, habe er kein Verständnis. Was ihn befremde: Der Chef der Seenschifffahrt beschwere sich darüber, dass die TTT mit der Achensee-Schifffahrt verhandle, lehne aber seinerseits eine Partnerschaft ab. „Das ist schon eine ganz besondere G’schicht’“, meinte Hafner kopfschüttelnd.

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