Durch ein kleine Loch stiegen die Taucher der DLRG in die Fluten des Tegernsees hinab. Derweil spazierten Menschen unbekümmert quer über den See. Foto: KN

Einsatzübung unter dem Eis

Tegernsee - Einsatzkräfte der DLRG Tegernsee haben den Ernstfall geprobt und sind unter die Eisschicht des Tegernsees abgetaucht.

Für diese Übung müssen die Taucher ihren ganzen Mut zusammennehmen. Nur ein winziges Einstiegsloch in der Nähe des Tegernseer Strandbades stand den Rettern zur Verfügung, um in die vier Grad kalten Fluten abzusteigen. "Bei den Tauchgängen entsteht psychischer Druck auf den Taucher", weiß Matthias Schnitzbauer, Technischer Leiter Einsatz. Denn die Männer wissen: Auch für den Ausstieg benötigen sie wieder die ins Eis geschnittene Öffnung. "Ohne das Einstiegsloch wären sie unter Wasser verloren", betont Schnitzbauer.

Derweil werden die Gefahren, die das Eis auf dem Tegernsee birgt, weiterhin unterschätzt. Noch während ihrer Übung beobachteten die Taucher Menschen, die weit draußen auf dem See einen Spaziergang machten. Für Schnitzbauer ist klar: "Diese Personen riskieren ihr eigenes Leben und das der Einsatzkräfte." Augenscheinlich verfügt der Tegernsee derzeit noch über eine geschlossene Eisdecke. Doch angesichts der steigenden Temperaturen wird auch die Eisschicht dünner. "Das Wasser hat konstante vier Grad", erläutert Schnitzbauer. Es könne daher die Oberfläche zum Schmelzen bringen. Beweis dafür sind auch die Wasserflecken, die sich vermehrt auf der Schneedecke abzeichnen.

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