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Geh- und Radweg in Altwiessee: Vertrag gekündigt

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Weitab vom Verkehr führt der Kiesweg (r.), hier noch mit einem Balken geteilt, durch Altwiessee. Josef Höß hat den Vertrag für sein Grundstück gekündigt. Es handelt sich um den unteren Abschnitt bis zur Baumreihe. Foto: Geoportal
Weitab vom Verkehr führt der Kiesweg (r.), hier noch mit einem Balken geteilt, durch Altwiessee. Josef Höß hat den Vertrag für sein Grundstück gekündigt. Es handelt sich um den unteren Abschnitt bis zur Baumreihe. Foto: Geoportal

Bad Wiessee - Durch Altwiessee führt ein Geh-und Radweg, eine Verbindung zwischen Medical Park und Ortsmitte. Landwirt Josef Höß hat nun den Vertrag mit der Gemeinde gekündigt - aus Groll.

"Ich darf nur den Hundedreck wegräumen", macht Bauer Höß seinem Ärger Luft. 1997 hat er den Sperrhof an der Sterneggerstraße von seinem Vater übernommen. Vor knapp zwei Jahren stellte der Landwirt einen stabilen Stadel auf eine Wiese bei seinem Anwesen. Einigen Anwohnern gefiel das nicht.

Der Schuppen sei sehr dominant, zudem habe der Landwirt Fakten geschaffen, statt das Gespräch zu suchen, tadelte Vize-Bürgermeister Robert Huber in einer öffentlichen Bauausschuss-Sitzung im Dezember 2009. Höß, der als Zuhörer dabei war, blieb das Wort verwehrt. "Da war ich sauer"“, erinnert sich der Landwirt.

So sauer, dass er keine Zugeständnisse mehr machen will, was die öffentliche Nutzung seines Grund und Bodens angeht. Zum Sperrhof gehört eine Wiese, durch die sich ein Geh- und Radweg zieht. Konkret geht es um ein etwa 80 Meter langes Teilstück.

Den Gehweg, meint Bauamtsleiter Helmut Köckeis, habe es "immer schon" gegeben. Offiziell gewidmet wurde er aber erst 1980. Viel später, nämlich 2004, kam der Radweg dazu. Angelegt hat ihn die Gemeinde, um das problematische Miteinander von Radfahrern und Spaziergängern zu beenden. Fortan teilte ein Holzbalken den auf drei Meter erweiterten Kiesweg.

Josef Höß hat den 2004 geschlossenen Vertrag zum Jahresende 2010 gekündigt. Dabei geht es sowohl und dem Geh-, als auch um den Radweg.

Akzeptiert hat die Gemeinde Bad Wiessee jedoch nur den Verlust des Radwegs. Der Gehweg könne nicht gekündigt werden, informierte Bürgermeister Peter Höß im Gemeinderat. Leider seien die Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer gescheitert. Den Radweg werde die Gemeinde im Frühjahr zurückbauen. "Es ist traurig."

Josef Höß erklärt, die Radfahrer könnten über die Hubertusstraße ausweichen. Und er will auch die Kündigung des Gehwegs durchsetzen: "Das geht vor Gericht."

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