Gemeinderat: Klares Bekenntnis gegen den Wolf

Rottach-Egern - Gewünscht war ein klares Bekenntnis gegen den Wolf zur Unterstütung der Almbauern. Der Rottacher Gemeinderat leistete es einstimmig. Man war sich einig: Der Wolf muss weg.

Auf "so genannte Naturschützer" ist Rottachs Bürgermeister Franz Hafner (FWG) nicht gut zu sprechen. Der Wolf werde verharmlosend dargestellt, zürnte er im Gemeinderat. Bisweilen heiße es gar, die Region könne touristischen Nutzen daraus ziehen, wenn der Beutegreifer durch die Wälder streife. "Sollen wir werben: ‘Besuchen Sie unseren Wolf, wir führen Sie?", fragte Hafner in die Runde.

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Ein Wolf ohne Lobby

Die brauchte er ohnhehin nicht zu überzeugen. Artenschutz war am Ratstisch kein Thema. Wohl aber die Nöte der Almbauern. Anton Maier (CSU), zweiter Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, berichtete von gerissenen und verschwundenen Schafen. Im Wolfsrevier seien zudem die Fälle, in denen Rinder in den Tod gestürzt sind, um "ein paar 100 Prozent" gestiegen. Bleibe der Wolf, hätte dies "Auswirkungen, die man sich jetzt noch gar nicht ausmalen kann".

Wenn das Tier, weil nie gejagt, seine Scheu vor dem Menschen verliere, gehe er auch in die Wohngebiete. Er hoffe, dass alle Gemeinden Druck auf den Freistaat ausüben, betonte Maier.

"Ich lehne die Existenz von einem Wolf in unserer Region komplett ab", sagte Hafner und stützt damit die Position des Almwirtschaftlichen Vereins. Der fordert, den Wolf zu entnehmen. "Abschießen darf man nicht schreiben, weil er so streng geschützt ist", so Hafner.

Als "führender Fremdenverkehrsort", so Josef Lang (CSU), müsse Rottach-Egern deutlich Position beziehen und ein "ganz klares Bekenntnis ablegen, dass wir den Wolf nicht brauchen".

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