Einsatz in Fischerdorf: Helfer der DLRG Tegernsee evakuieren eine Frau mit dem Katastrophenschutz-Boot. foto: dpa

Helfen statt feiern

Tegernsee - Eigentlich wollte der DLRG-Ortsverband Tegernsee am kommenden Wochenende sein 50-jähriges Bestehen feiern. Doch das Hochwasser steckt den Rettern noch in den Knochen.

Nach Feiern ist den aktiven Mitgliedern der DLRG-Ortsgruppe Tegernsee in diesen Tagen nicht zumute. Die Einsätze während des Hochwassers stecken ihnen noch in den Knochen. Und auch bei den Rettern selbst, in der Wachstation am Strandbad, haben die Fluten gravierende Schäden hinterlassen. Inzwischen hat die DLRG ein provisorisches Zelt vor der Wachstation errichtet. „Damit sind wir wenigstens einsatzfähig", so der Stellvertretende Technische Leiter Markus Schmidt. Das genaue Ausmaß des Schadens kann Schmidt noch nicht abschätzen. Dazu sind die ehrenamtlichen Retter auch noch nicht gekommen, denn der Einsatz der DLRG war dauernd gefragt. Allein am Katastrophen-Wochenende, dem 1. und 2. Juni, mussten Menschen evakuiert und Gegenstände geborgen werden. „Wir wurden auch als Ersthelfer zu einem Herzinfarkt gerufen“, sagt der 34-Jährige. Die Seesauna musste gegen die Fluten gesichert werden, um den Schaden wenigstens zu begrenzen. Während sich am Tegernsee die Situation im Laufe der Woche allmählich entspannte, wurde sie in Deggendorf erst richtig schlimm. Ab Dienstagmittag mussten sich die Tegernseer bereithalten, gegen Mitternacht brach dann ein Bootstrupp mit sieben Mann zusammen mit dem Katastrophenschutzzug Wasserrettung der DLRG Alpenland ins Überschwemmungsgebiet an der Donau auf. Natternberg und Fischerdorf, die vom Wasser überflutet wurden, waren das Einsatzgebiet für die Helfer vom Tegernsee. „Wir mussten Bewohner evakuieren, Hab und Gut bergen, Tiere retten und der Bundeswehr bei Absicherungen helfen“, erzählt Schmidt. 48 Stunden dauerte der Einsatz, der auch für die Helfer selbst nicht ohne Folgen blieb. „Unsere Neopren-Anzüge sind durch das Baden in dem mit Heizöl durchdrängten Hochwasser nicht mehr zu gebrauchen“, sagt Schmidt. Zwischen 3500 und 4000 Euro beträgt der Schaden. „Auf etwa 800 Euro werden wir selbst sitzen bleiben.“ Kosten, die die DLRG Tegernsee derzeit nur schwer verkraften kann.Seit langem ist von einer neuen Wachstation die Rede. Das Ringen um einen künftigen Standort ist aber noch nicht abgeschlossen. "Wir hängen in der Luft und wissen nicht, ob wir die bisherige Wachstation sanieren sollen oder nicht“, sagt Schmidt. Das provisorische Zelt werde aber mindestens zwei bis drei Monate erhalten bleiben. In jedem Fall plant die DLRG einen Spendenbrief an alle Bürger, um Geld für die Wachstation und die Hochwasserfolgen zu sammeln. Die Geburtstagsfeier muss warten. Im Herbst will die DLRG einen neuen Anlauf dafür nehmen.

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