Herzogliche Bibliothek öffnet Pforten

Tegernsee - Die herzogliche Bibliothek Tegernsees, die ihr Dasein über Jahrhunderte im Verborgenen fristete, wurde jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Bibliothek befindet sich mitten in Tegernsee im heutigen Schloss. Über 11.600 Bücher bayerischer Herzöge lagern dort in riesigen Holzregalen. Dass dieser bislang vergessene Raum künftig der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, dafür wollen der Historiker Michael Heim und seine Unterstützer von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee sorgen. Die KSK hat dazu das "immerwährende Nutzungsrecht" an dem Raum erworben. "Wir haben eineinhalb Jahre mit Herzog Max verhandelt", berichtet Vorstandsvorsitzender Georg Bromme bei einem ersten Rundgang mit Presse-Vertretern. Über den Kaufpreis schweigt er sich allerdings aus. Allerdings räumt Bromme ein, dass es noch sehr viel Geld kosten werde, bis die Bibliothek soweit restauriert und hergestellt ist, dass die die Öffentlichkeit uneingeschränkt nutzen kann.

Eine erste Bestandsaufnahme hat gezeigt: Die Bibliothek verfügt über 11.643 Bäne vom Beginn des 17. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. "Es ist ein sehr gemischter Bestand", erläutert Historiker Alexander P. Bronisch. Unter dem reich verzierten Deckengewölben mit den beiden Fresken von Hans Georg Asam finden sich Bücher mit geschichtlichem und theologischem Inhalt, Reiseberichte und Werke zur Geographie, aber auch praktische Handbücher aus der damaligen Zeit: ein Buch zur Prinzenerziehung etwa.

Neben dem Buchbestand lüftete Entdecker Michael Heim bei dem Pressetermin aber noch ein weiteres Geheimnis: In einem Hohlraum zwischen der Bibliothek und der einstigen Klosterkirche wurden Fragmente von bisher unbekannten Asam-Gemälden entdeckt. Sie waren seit Generationen verschollen. Heim nennt sie "die Heiligen hinter der Wand".

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