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Im Quirinal fand der Kristallkongress 2011 statt. Heilpraktiker Bernhard Röhrl (r.) berät Besucher. Auch Geistheiler und Schamaninnen waren zu Gast

Kristallkongress zieht um

Tegernsee - Zweimal gaben sich Geistheiler, Traumdeuter und Klangarbeiter im katholischen Pfarrzentrum Tegernsee ein Stelldichein. Das sorgte für Ärger. Der dritte Kristallkongress findet in der Kreisstadt statt.

„Schamaninnen im Pfarrzentrum - das ging für die alten Tegernseerinnen gar nicht“, gesteht Andrea Grasberger (45) freimütig ein. Die Organisatoren sehen den Kristallkongress als Info-Veranstaltung, für Therapieformen jenseits der Schulmedizin - nicht als Esoterikmesse. „Aber das Tegernseer Tal tut sich schwer mit diesem Thema", so Grasberger.

Auf dem Programm des Kristallkongresses 2011 standen unter anderem Klangschalenmeditation und Auralesen, Transformationstherapie und Blütenseelen-Beratung, Geistheilung und Klangtherapie. Beim zweiten Anlauf war der Zuspruch groß. „Das Quirinal ist aus allen Nähten geplatzt“, meint Grasberger. Es kamen gut 500 Besucher, meist von weither. Aus München, aber auch aus Stuttgart, Ulm und Peißenberg drängten die Gäste ins Quirinal gegenüber der Pfarrkirche. Tegernseer ließen sich allenfalls vereinzelt blicken. „Einheimische waren leider kaum da“, erklärt Grasberger.

Die Organisatoren Andrea Grasberger und Markus Schmid.

Dafür gab’s viele Beschwerden bei Pfarrer Walter Waldschütz: Eine Veranstaltung dieser Art passe nicht ins Pfarrzentrum. Das findet auch Waldschütz: „Die Inhalte widersprechen zum Teil christlichen Grundsätzen.“ Dies sehe auch der Pfarrgemeinderat so. „Nicht nur die Älteren, auch die Jüngeren.“ 2012 fiel der Kristallkongress aus.

Heuer lebt er auf, und dies in vergrößerter Form. Am 16./17. März findet der Kristallkongress im Waitzinger Keller statt. „Wir wären gern im Tegernseer Tal geblieben“, meint Grasberger. Doch das Quirinal sei schon aus praktischen Gründen nicht mehr in Frage gekommen. Es gebe zu wenig Parkplätze. Ein anderes Domizil im Tal habe sich nicht finden lassen. Unglücklich ist Grasberger mit der neuen Lösung absolut nicht: „Es ist ein Traum, welche Möglichkeiten wir im Waitzinger Keller haben.“

Ihr Netzwerk pflegt Grasberger weiterhin im Tegernseer Tal. So finden in der Ostiner Stuben und in der Oedbergalm regelmäßig Kristall-Stammtische statt.

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