Kuriose Reise einer Kamera

Entdecker: Lars Ertzinger und Jenifer Alias leben in Shanghai und haben bei einem Ausflug auf den Wallberg eine Kamera gefunden. Nach vielen Recherchen konnten sie den Besitzer ausfindig machen. Foto: kn

Rottach-Egern - Ein Fotoapparat versinkt auf dem Wallberg im Schnee - und kommt auf Umwegen zurück zu seinem Besitzer.

Es ist März auf dem Wallberg, und es liegt viel Schnee. Ein Urlauber aus dem nordrhein-westfälischen Königswinter macht Fotos vom Panorama des 1722 Meter hohen Tegernseer Hausberges. Dann passiert ein Malheur: Der Mann rutscht aus und sein Fotoapparat verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Tiefschnee. So sehr er sich auch bemüht, er findet ihn nicht mehr. Für den Urlauber ist es ein unbezahlbarer Verlust. Denn der Speicherchip der Kamera ist vollgepackt mit Bildern einer Rundreise durch Polen, Litauen und Süddeutschland. Sollten die Erinnerungen also für immer verloren sein?

Im Frühjahr machen zwei Touristen einen Zwischenstopp am Tegernsee und gehen auf dem Wallberg: Lars Ertzinger und seine philippinische Freundin Jenifer Alias. Beide leben zusammen in Shanghai.

Da Jenifer noch nie Schnee gesehen hatte und dieser noch auf dem Wallberg lag, erfüllte Lars ihr diesen Wunsch. Sie tollten im Schnee, Jenifer fiel hin und erblickte die Linse einer Kamera. Sie nehmen sie an sich.

Zurück in Hennef durchforstet Lars Ertzinger mit seinen Eltern Herbert und Heidi die rund 500 Fotos, um einen Anhaltspunkt zu finden, wem diese Kamera gehören könnte. Sie erweist sich als kostbarer Schatz an Erinnerungen, der seit Anfang März auf dem Wallberg verborgen lag und nun gehoben wurde.

Die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen endete erfolgreich: Auf einem Foto ist das Nummernschild eines Autos deutlich zu erkennen. Es hat das Kürzel SU (Kreis Siegburg). „Der Besitzer der Kamera hätte von überall aus der Welt kommen können - aber aus der Nachbarschaft? Unglaublich“, erzählt Mutter Heidi Ertzinger. Sohn Lars und Freundin Jenifer waren längst wieder Richtung Shanghai entschwunden, nun nahmen die Eltern das Heft in die Hand.

Sie übergaben die wertvolle Nikon-Kamera der Polizei, die ermittelte tatsächlich den Besitzer. Der Glückliche kam aus Königswinter.

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