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Papierfabrik Louisenthal: Der Euro-Verlust schmerzt

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Die Papierfabrik in Louisenthal gibt es schon seit 1879. Giesecke&Devrient hat sie 1964 gekauft. Foto: Thomas Plettenberg

Gmund - Inzwischen entstehen statt 90 nur noch 20 Prozent des Euro-Papiers in der Papierfabrik von Giesecke&Devrient in Louisenthal. Der Ärger über den Auftragsverlust hält an.

Die Angst ging um, als klar wurde, dass die Geldmacher in Louisenthal im Kampf um den deutschen Euro-Auftrag verloren hatten. 550 Mitarbeiter beschäftigt die Papierfabrik an der Mangfall. Sie ist der größte Arbeitgeber Gmunds. Inzwischen darf man Entwarnung geben. „Wir konnten den Verlust durch andere Aufträge kompensieren und sind gut ausgelastet“, sagt Walter Schlebusch, Mitglied der Geschäftsführung von Giesecke&Devrient. Das Unternehmen liefert Banknoten für über 100 Kundenländer. Die Lage am Standort sei gekennzeichnet durch weitere hohe Investitionen, so Schlebusch. Und die Zahl der Arbeitsplätze steige.

Der Groll über die umstrittene Entscheidung der Bundesbank, den Auftrag europaweit auszuschreiben, sitzt dennoch tief. „Das war eine Schnapsidee“, findet Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing (CSU). Im vorauseilenden Gehorsam habe die Bundesbank umgesetzt, was noch gar nicht verpflichtend sei. Das sieht auch der CSU-Landtagsabgordnete Alexander Radwan so. Den Auftrag für die Produktion der eigenen Währung ins Ausland zu vergeben, meint er, „würde Frankreich oder Spanien nicht im Traum einfallen“. Doch die Bundesbank sei autonom, die Politik könne keine Anweisungen geben. Dennoch, beteuern sowohl Preysing als auch Radwan, kämpfe man weiter auf politischer Ebene dafür, den Euro-Auftrag wieder ins eigene Land zu holen.

Giesecke & Devrient spreche mit Politikern, aber auch mit der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank, erklärt Schlebusch. „Es geht darum, endlich einen fairen Wettbewerb hinzubekommen.“ Von ermutigenden Ergebnisse kann er noch nicht berichten: „Das ist ein zähes Thema.“

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