Versteckte Schatzkammer: der Psallierchor bei der Präsentation im Jahr 2011. Zugänglich ist der Raum derzeit nur vom Gymnasium aus. Foto: Archiv Tp

Psallierchor soll der Kirche gehören

Tegernsee - Die Kreissparkasse hat 2010 ein immerwährendes Nutzungsrecht für den ehemaligen Psallierchor gekauft, als Präsent für die Öffentlichkeit. Nun hofft sie, dass die Kirche den Raum erwirbt. Nach ersten Verhandlungen winkte die Erdiözese ab. Nun gibt’s neue Gespräche.

Die Kirche, sagt Kreissparkassenchef Martin Mihalovits, sei „die einzige Organisation, die mit diesem Raum etwas anfangen kann“. Sein Vorgänger Georg Bromme hatte dies anders gesehen. Im Jahr 2010 erwarb der damalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee von Herzog Max in Bayern ein immerwährendes Nutzungsrecht für den historischen Psallierchor.

Dieser war Teil der Kirche St.Quirinus, bis König Max I. Joseph ihn vor fast 200 Jahren vom Kirchenschiff abtrennte. Die herzogliche Familie nutzte den seitdem hinter einem Hochaltar verborgenen Raum als Bibliothek. Die Kreissparkasse kaufte das Nutzungsrecht als Geschenk für die Landkreisbürger, Anlass war das 175-jährige Bestehen des Geldinstitutes. 11 600 historische Bücher gab’s mit dazu. Sie sollten wissenschaftlichen Zwecken dienen, der freskengeschmückte Raum als Ort besonderer Veranstaltungen.

Jetzt möchte die Kreissparkasse das teure Schmuckstück gerne wieder verkaufen. Doch im März dieses Jahres entschied das Konsultorenkollegium, ein Beratungsorgan des Bischofs nach längerer Prüfung: Die Kirche kauft nicht. Das teilte sie der Kreissparkasse auch schriftlich mit. Nach dem vorläufigen Aus der Gespräche zwischen Bank und Kirche im Frühjahr ist man sich offenbar wieder näher gekommen. „Die Bedingungen haben sich geändert“, erklärt Bernhard Kellner, Pressesprecher der Erzdiözese München-Freising. „Wir stehen wieder in Verhandlungen mit der Kreissparkasse.“ Im Juli soll es eine Gesprächsrunde mit allen Verantwortlichen geben.

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