Aus eins mach zwei: Neben dem bestehenden, großen Funkmasten soll ein zweiter, halbsogroßer Mast aufgestellt werden. foto: plettenberg archiv

Sendemast sorgt für Störwellen

Rottach-Egern - Ein geplanter zweiter Funkmast auf dem Wallberg sorgt im Rottacher Gemeinderat für Diskussionen. Dabei sind vor allem der Transport und die Verlegung der Stromkabel die Kritikpunkte.

Auf dem Wallberg soll ein weiterer Funkmast aufgestellt werden. So plant es das Staatliche Bauamt Rosenheim. Mit der 16 Meter hohen Antenne soll der Ausbau des BOS-Netzes im Tegernseer Tal weiter vorangetrieben werden. Dieser nicht-öffentliche Funk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ermöglicht einen sicheren und störungsfreien Funk für Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehren.

Im Rottacher Gemeinderat wurde das Thema ausgiebig diskutiert. Beim Mitspracherecht über den künftigen Standort hat die Gemeinde nur wenig zu sagen - der Freistaat Bayern will den BOS-Funk im Land ausbauen. „Es geht hier nicht darum, ob wir zustimmen, sondern, ob wir etwas dagegen haben“, fasste Hafner die Situation zusammen. Der Mast soll neben dem 31 Meter hohen, schon bestehenden Masten errichtet werden. In einem kleinen Schuppen soll die nötige Technik untergebracht werden - auf bereits erschlossenem Gebiet, wie Hafner einwarf: „Es wäre kein Eingriff in die Natur notwendig.“

Konnte sich der Großteil des Gemeinderats noch mit dem Standort der Antenne anfreunden, sorgten die Stromversorgung und der Transport des Mastens für Diskussionen. Die vom Staat beauftragte Firma möchte die schweren Teile über die Almstraße zur Bergstation bringen. Anton Maier ist CSU-Gemeinderat und Vorsitzender der Bodengemeinschaft, der die Straße zusammen mit der Almengemeinschaft gehört. „Wir haben die Zufahrt erst im vergangenen Jahr für viel Geld saniert“, sagt Maier. Ob die schweren Fahrzeuge den Weg nutzen dürften, müsse erst noch entschieden werden. Ein entsprechender Vertrag der Baufirma liegt ihm bereits vor.

Für Entrüstung sorgte das Vorhaben, die Wallbergstraße aufzugraben, um dort Stromleitungen zu verlegen. Dies hatte der Betreiber der Gemeinde bereits schriftlich mitgeteilt. Gemeinderätin Anastasia Stadler (CSU) protestierte lautstark: „Unsere Straße wird definitiv nicht aufgerissen“, machte sie deutlich. Stadler ist Vorsitzende des Verkehrsvereins, dem die Wallbergstraße gehört. Die Straße sei perfekt hergerichtet, das Vorgehen des Betreibers hält Stadler für „dreist“.

Bürgermeister Hafner stimmte dem Einwand zu: „Die Wallbergstraße liegt uns allen am Herzen.“ Trotzdem sei dies „ein zweites Paar Schuh“.

Abgestimmt wurde daher nur darüber, ob die Gemeinde etwas gegen den Bau des Mastens einzuwenden hat. Der Standort fand eine mehrheitliche Zustimmung, vier Gemeinderäte stimmten dagegen. In den Beschluss wurde der Hinweis aufgenommen, dass vor dem Beginn der Arbeiten die Eigentümer der Wallbergstraße als auch der Bodenverband und die Almgemeinschaft angehört werden müssen.

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