Die Zukunft der Spielbank beschäftigte (v.l.) Josef Müller, Abteilungsdirektor bei der Lotterieverwaltung, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, Spielbankdirektorin Antje Schura und den CSU-Landtagsabgeordneten Alexander Radwan. Foto: Thomas Plettenberg

Stellenabbau macht Wiesseer Spielbank zu schaffen

Bad Wiessee - Der staatlich verordnete Stellenabbau macht der Wiesseer Spielbank zu schaffen. Am Donnerstag fand dazu ein Gespräch in großer Runde statt

"Der Freistaat muss sich darüber klar werden, wo er mit seinen Spielbanken hin will", macht der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander Radwan klar. Auf seine Initiative hin kam eine Gesprächsrunde mit Franz Josef Pschierer, Staatssekretär am Finanzministerium, Vertretern der Lotterieverwaltung und der Gewerkschaft Verdi in Bad Wiessee zusammen.

Hier steht das mit weitem Abstand erfolgreichste Casino des Landes. Doch weil die neun bayerischen Spielbanken insgesamt Verluste machen, soll überall Personal eingespart werden. Bayernweit müssen 140 Mitarbeiter gehen, in Bad Wiessee 16. Dass der Sparkurs auch das Flaggschiff am Tegernsee einschließt, ist für Verdi-Landesfachbereichsleiter Klaus Grünewald „nicht nachvollziehbar“. Eigentlich, findet er, hätte der Freistaat den Erfolgsbetrieb ausklammern sollen.

Doch weil es auch um die Gleichbehandlung der Regionen geht, entschied man sich für den bayernweiten Stellenabbau und legte auch ein bayernweites Freiwilligenprogramm auf. Bedeutet: Mitarbeiter, die aus eigenen Stücken ihren Hut nehmen, bekommen eine Entschädigung. In Bad Wiessee gehen bis zum Jahresende 26 Mitarbeiter, zehn mehr als gefordert. Dem 2005 neu gebauten Casino am See droht der Personalnotstand. Zwar können Mitarbeiter anderer bayerischer Spielbanken nach Wiessee wechseln. Doch wenn sich nicht genug Umzugwillige finden, müssen vielleicht am Ende neue Croupiers für Bad Wiessee ausgebildet werden.

Radwan kämpft darum, eine Strategie für jede einzelne Spielbank zu entwickeln - ein Punkt, in dem sich Landtagsvertreter aller Fraktionen bei einer Ausschusssitzung Anfang Juli im Grundsatz einig waren. Beim Gespräch am Donnerstag wurde deutlich: Bad Wiessee will sich aufs klassische französische Roulette konzentrieren. „Das hat die Spielbank groß gemacht“, erinnert Radwan.

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