Widerstand gegen den Wallberg-Teich

Josef Lang (CSU) kämpft gegen die Planung der Bergbahn.

Rottach-Egern - Ein Speichersee auf dem Wallberg? Das ist Naturzerstörung, findet der Rottacher CSU-Gemeinderat Josef Lang. Sollte die Planung der Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH genehmigt werden, will er sich für ein Bürgerbegehren stark machen.

„Ein paar Rodeltage mehr im Jahr sind es nicht wert, dass man den Wallbergkamm kaputtmacht“, erregt sich Josef Lang. Im Rottacher Gemeinderat hat er gegen das Projekt der Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH gestimmt, die Mehrheit war jedoch dafür. Mit 12 : 6 Stimmen hatte der Gemeinderat im Juli dem Bau eines Speichersees zwischen Panoramarestaurant und Wallbergkircherl zugestimmt (wir berichteten). Es war schon der zweite Anlauf. Zuerst hatte das Gremium gefordert, den See in einer Mulde beim Kircherlhang anzusiedeln. Der Speichersee ist für die Beschneiung der Wallbergrodelbahn nötig.

Sollte der als Sommer-Gästeattraktion gepriesene See tatsächlich genehmigt werden, hat Lang ein Bürgerbegehren im Auge: „Auf einem Bergkamm hat ein Speichersee nichts verloren. Dieser Meinung sind inzwischen immer mehr Menschen im Tegernseer Tal.“ Auch CSU-Bürgermeister-Kandidat Christian Köck (42) ist strikt gegen das Projekt: „Wenn ich da oben stehe, den Alpenhauptkamm vor mir habe und auf der anderen Seite den See in seiner ganzen Schönheit, dann brauche ich in dieser Höhe von 1600 Metern keinen zusätzlichen Teich mehr.“

Der vier Meter tiefe See, meint Lang, brauche einen Damm - das Gelände ist in Richtung Kircherl leicht abschüssig. „Es wird also ein Wall mit einer Höhe von bis zu zwei Metern und einem sehr steilen Böschungswinkel entstehen.“ Lang fürchtet, dass auf dem nördlichen Weg vom Panoramarestaurant zum Kircherl die Aussicht nach Süden sehr eingeschränkt wird. Er sieht auch die Gefahr einer Algenbildung im Speichersee, der nur mit Regenwasser gespeist werden soll: „Wenn der Regen ausbleibt und der Speicher nur halb voll wird, verkommt der See zur Kloake.“

Darum will sich Lang nun sehr für ein Bürgerbegehren einsetzen. „Falls niemand anderes auf die Idee kommt, bin ich bereit, eines zu initiieren.“ Er glaube, „dass bei manchen Gemeinderäten bereits ein Umdenken eingesetzt hat“. Es heißt, der Gemeinderat werde sich nach der Sommerpause noch einmal mit dem Speicherteich befassen.

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