Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Der Zorn entlädt sich

Bad Wiessee - Von Skandal war die Rede und von Mitwisserschaft: Bürgermeister Peter Höß (FWG) machte im Gemeinderat seinem Zorn Luft. Auslöser war der Verkauf des Hotels Lederer und die Rolle, die Altlandrat Wolfgang Gröbl (CSU) dabei gespielt hat.

Bürgermeister Peter Höß erhebt seine Stimme im Sitzungssaal nur selten. Diesmal wurde es laut. Höß gab zu Beginn der Gemeinderatssitzung eine Stellungnahme in Sachen Lederer ab. Dabei ging ein Strafgewitter nie erlebten Ausmaßes auf Kurt Sareiter (CSU) nieder. Auslöser war die Gelassenheit, mit der Sareiter der Frage begegnet, ob CSU-Altlandrat Wolfgang Gröbl (71) in den Verkauf des Hotels Lederer eingebunden war. Wie berichtet, ist die Frage, ob Gröbl einer Grünwalder Firma den Kauf des leer stehenden Hotels mit Verweis auf eine mögliche Wohnbebauung schmackhaft gemacht hat, für Sareiter nicht weiter von Belang. Er sieht ebenso wenig Klärungsbedarf wie Landrat Jakob Kreidl, der auch als CSU-Kreisvorsitzender keine Rechenschaft einfordern will: Gröbl habe als Privatmann gehandelt.

Gewährt da ein CSU'ler dem anderen Deckung? Der zürnende Höß ließ keinen Zweifel daran, dass er genau dies vermutet. Er wolle sich gar nicht vorstellen, welchen Aufschrei es gegeben hätte, wenn ein Mitglied von SPD, Freie Wähler oder Grüne ein solches Verhalten an den Tag gelegt hätte, schleuderte der Bürgermeister den CSU'lern entgegen. Dabei richtete sich sein Blick nur auf einen Teil der Fraktion: Sie ist schon seit einiger Zeit gespalten.

Tatsächlich könnte die Situation an der Seepromenade kaum schlimmer sein. Das Hotel Lederer steht leer, das benachbarte Spielbankgelände liegt brach. Die Gemeinde ist in akuter Geldnot, weil sie das Spielbankgelände nicht verkaufen konnte. Und die Hotelbetten fehlen schmerzlich. Vor einem Jahr hatte die Höß mit Hexal-Gründer Thomas Strüngmann einen Investor an der Hand, der die Grundstücke kaufen und ein neues Luxushotel bauen wollte. Doch Strüngmann kam nicht zum Zug - wegen des Verkaufs. an dem Gröbl möglicherweise beteiligt war.

Sareiter macht dem Altlandrat deshalb keinen Vorwurf. Strüngmann hätte das Hotel Lederer eben vor der Versteigerung kaufen müssen. Eine Aussage, die Höß bis aufs Blut reizte. „Herr Lederer hat an Herrn Strüngmann nicht verkauft, obwohl er zeitweise mehr geboten hat als Lederer am Ende von RDR bekommen hat." Sareiter wisse das. Und mache mit solchen Aussagen alles noch schlimmer.

Sareiter wies die Vorwürfe zurück. „Ich habe nur gesagt, was ein Großteil der Wiesseer Bürger denkt.“

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