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Bei einer virtuellen Ortsversammlung haben sich Moosburgs Grüne mit Zuhörern über diverse Stadt-Themen ausgetauscht. (Symbolfoto)

Stadtentwicklung thematisiert

Moosburgs Grüne im Livetalk: Debatte von Montessori über Rockermaier bis hin zu Kindergärten und ELA

  • vonNico Bauer
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Wie sieht die richtige Stadtentwicklung von Moosburg aus? Darüber haben sich die Grünen jetzt online vor Publikum ausgetauscht - und viele Themen angeschnitten.

Moosburg – Es war eine virtuelle Rundreise durch die Stadt – mit der klaren Aussage, dass das Wachstum von Moosburg begrenzt sei: Die Grünen trafen sich am Dienstag zur virtuellen Ortsversammlung und diskutierten online über die Stadtentwicklung. Dabei definierten sie für sich klare Grenzen.

Plädoyer für Montessori-Schule

3. Bürgermeister Michael Stanglmaier machte deutlich, dass er den Wachstumsbereich für Moosburg innerhalb der Westtangente sehe. Außerhalb dieser Baugrenze verteidigte er die Standortentscheidung der Montessori-Schule. Diese passe von ihrer Philosophie in den Außenbereich. „Wir wollen die Schule unbedingt in Moosburg haben“, sagte Stanglmaier zu dieser Ausnahme-Genehmigung.

Gespräche mit dem Rockermaier-Investor

Bei seinen weiteren Blicken auf die aktuellen Moosburger Baugebiete erklärte er die mehrheitliche Zustimmung der Grünen zu der Planung für das Rockermaier-Areal und den Bereich Oberes Gereuth. Dieses Baugebiet liege laut Stanglmaier innerhalb des natürlichen Grenzbereichs mit der Isar. Die Grünen wollen innerhalb der definierten Grenzen wachsen, dabei überschaubar Flächen versiegeln und im Sinne der Ökologie neue Wege gehen. Stanglmaier erklärte weiter, dass man mit dem Rockermaier-Investor schon erste Gespräche über den Aufbau eines Sharing-Systems geführt habe. Stanglmaier sieht die zentrale Nachverdichtung positiv („Fast alles ist fußläufig erreichbar“), und mit Angeboten wie einem Leih-Lastenrad für die Bewohner der Siedlung könnte man eine Zunahme der Autos auf den Straßen eingrenzen.

„Keine positive Stimme für Aicher Baugebiet“

Ein Gegenbeispiel zur sinnvollen Nachverdichtung ist für den 3. Bürgermeister das geplante Baugebiet in Aich. Dort habe man keine gute Infrastruktur und auch eine schlechte Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr. „In der Bürgerversammlung habe ich keine positive Stimme zu dem Baugebiet gehört“, sagte Stanglmaier. Damit begründete er die Ablehnung.

Mängel bei der Kinderbetreuung

In der Videokonferenz waren auch die fehlenden 100 Kindergartenplätze im Moosburger Stadtgebiet ein Thema. Mehrere Versammlungsteilnehmer machten deutlich, dass man erst eine adäquate Infrastruktur mit notwendigen Betreuungseinrichtungen schaffen müsse, bevor mit Wohngebieten neue Familien in die Stadt geholt würden. Grünen-Stadtrat und MdL Johannes Becher malte das düstere Bild, dass sich der Mangel an Betreuungspersonal in Bayern die kommenden Jahre weiter zuspitzen werde. Der Freistaat habe mit der kostenlosen Kinderbetreuung für alle den falschen Weg eingeschlagen. Becher würde sich ein System mit gehaltsabhängigen Gebührenstaffelungen wünschen, um mit den Einnahmen die Qualität der Betreuung und damit auch die Arbeitsplätze zu verbessern. Nur so könne man den steigenden Bedarf von Betreuungspersonal decken.

ELA-Container: Erweiterungs-Gegner arbeiten auf Bürgerentscheid hin

Am Ende des Talks kam ELA zur Sprache: Im Rahmen der Online-Versammlung von Moosburgs Grünen thematisierte die Moderatorin Verena Kuch die Erweiterungspläne der Containerfirma nahe Pfrombach. Die Stadträtin rechnete den Expansionsplan gegen die Ziele von Beschränkungen bei der Flächenversiegelung: „Alleine mit dieser Erweiterung würde Moosburg seine Flächenversiegelung für zweieinhalb Jahre aufbrauchen.“ Verena Kuch war das zu viel – und daran „ändert auch eine Obstbaumwiese zum Ausgleich nichts“.

Sebastian Greil von der Bürgerinitiative gegen den Ausbau der Containerfirma war ebenfalls Teilnehmer der virtuellen Versammlung und machte deutlich, dass man den Widerstand wieder hochfahren werde. Greil sagte deutlich, dass die BI die Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln werde und das Ziel eines Bürgerentscheids klar sei, mit dessen Hilfe das Projekt gestoppt werden solle. Die Bürgerinitiative arbeite derzeit an einem Video, mit dem man die Öffentlichkeit auf die Ausbaupläne aufmerksam machen möchte. Unter anderem möchte man mit einer Drohne Filmaufnahmen des Gebietes erstellen.

Lesen Sie auch: Ein Unfall mit einem Lkw hat am Donnerstag zur Sperre der Ex-B11 bei Moosburg geführt. Der Fahrer eines Kleinwagens hatte dabei enormes Glück im Unglück.

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