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Moosen macht mächtig Druck

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Von: Wolfgang Krzizok

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Moosener Jubelstimmung: Felix Daumoser (M.) freut sich zusammen mit Mario Wilnhammer (l.) und Max „Hegga“ Bauer über seinen Freistoßtreffer beim 1:0-Sieg gegen Aspis Taufkirchen. Bislang hat er schon 15 Mal getroffen.
Moosener Jubelstimmung: Felix Daumoser (M.) freut sich zusammen mit Mario Wilnhammer (l.) und Max „Hegga“ Bauer über seinen Freistoßtreffer beim 1:0-Sieg gegen Aspis Taufkirchen. Bislang hat er schon 15 Mal getroffen. © Hermann Weingartner

Der SC Moosen schießt sich zur Spitze - mit vier Top-Stürmern.

Moosen – Der SC Moosen ist vor Beginn der Kreisklasse-Saison zu den ganz heißen Favoriten gezählt worden, nachdem das Team in der kurzen Corona-Saison quasi erst auf der Zielgeraden abgefangen worden war. Doch der Start in die Punktrunde war nicht sehr verheißungsvoll, nach vier Spieltagen hatten die Vilstaler gerade einmal einen Sieg auf dem Konto. Aber dann platzte der Knoten, zuletzt gewann der SCM fünfmal in Serie, bei einem Torverhältnis von 23:3. Mit Felix Daumoser (15 Tore) und Spielertrainer Maxi Bauer (8) sind gleich drei Moosener unter den Top-drei-Torschützen zu finden.

„Der Saisonstart war echt bescheiden“, sagt Bauer. Er selbst war zu Saisonbeginn noch verletzt. „Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich auf dem Platz gestanden wäre, denn die Jungs waren sehr nervös“, mutmaßt er. Beim 2:4 gegen Hohenpolding, beim 1:1 in Oberding und bei der 0:1-Niederlage in Berglern sei Moosen eigentlich die bessere Mannschaft gewesen. „Da waren die Jungs einfach im Kopf nicht frei, allein in Berglern hatten wir Chancen für zehn Tore“, erzählt der SCM-Spielertrainer. „Aber wenigstens waren die Chancen da“, das habe ihn beruhigt. „Und jetzt ist die Chancenverwertung deutlich besser.“

Vor allem Daumoser habe einen Lauf. „Der Daumi ist eiskalt vor dem Tor, der schießt links wie rechts“, lobt Bauer. Doch liege der Aufschwung nicht nur an der Treffsicherheit von Daumoser und seiner Rückkehr ins Team, weiß Bauer. „Da sind auch noch der Andi Galler und der Johannes Körbl – wir spielen uns die Bälle zu. Zuletzt beim 3:1 gegen Isen hat der Andi zweimal getroffen.“ Beim 5:1 gegen Hörgersdorf hatte Daumoser alle fünf Tore geschossen. „Da ist er von uns super bedient worden“, betont der Spielertrainer. „Gegen Klettham habe ich drei gemacht, da hat er mir zwei aufgelegt.“

Felix Daumoser ist gebürtiger Steinkirchener, sein Vater ist Schatzmeister beim FSV. „Bis zur D-Jugend war ich beim FSV und habe in der SG mit Hohenpolding gespielt“, erzählt der 24-Jährige. Weil er damals schon in der Auswahl am Stützpunkt Landshut mittrainieren durfte, wurde die SpVgg Landshut auf ihn aufmerksam, und er wechselte zur „Spiele“. „Irgendwann war der sportliche Erfolg nicht mehr gegeben, da ging es nicht mehr vorwärts“, gesteht er freimütig. „Und weil meine ganzen Spezln in Moosen gespielt haben, bin ich zum SC gewechselt – das war genau richtig.“

Aber es gab Rückschläge, denn in der Saison 2018/19 erlitt er einen Kreuzbandriss, „den ich am Anfang gar nicht gemerkt habe, ich hatte halt nur leichte Schmerzen“. Schließlich wurde er doch operiert, „und danach habe ich es lange brutal gemerkt“, erinnert sich Daumoser. „Aber jetzt fehlt nix mehr.“ Das bestätigt sein Spielertrainer. „Er hat nach der Verletzung lange gebraucht, war unsicher“, erinnert sich Bauer. „Jetzt ist er stabil, auch im Kopf, und ist ein ganz anderer Fußballer.“ Das zeige der 24-Jährige auch im Training: „Er ist jedes Training da – er gibt Gas – er will.“

15 Tore in zehn Spielen sind eine erstklassige Ausbeute, wenngleich Daumoser die ganze Mannschaft mit verantwortlich macht. „Wir haben eine gute Defensive, die hält den Laden dicht“, betont der 24-Jährige, „und vorne sind wir gleichmäßig gut“. Wie Bauer stellt auch Daumoser die Unberechnbarkeit der SCM-Offensive heraus. „Der Maxi kommt mehr über die Mentalität, der Andi ist sehr kräftig, der Johannes wendig und schnell, und ich habe die Übersicht und den guten Abschluss“, analysiert Daumoser. „Und so fällt es dem Gegner halt sehr schwer, sich auf uns einzustellen.“

Und dann ist da noch was, das Spielertrainer Bauer an Daumoser noch sehr schätzt: „Er hat auch mal einen Freistoß rein, das ist unglaublich wichtig.“ Gerade Freistöße seien Kopfsache. „Wenn der erste und zweite passen, dann kommen der dritte und vierte von selbst – und dann kannst du Berge versetzen.“ Vier Freistöße hat Daumoser in dieser Saison schon versenkt, „und zwei Elfmeter waren auch schon dabei“, fügt er an. Für Freistöße sei er bislang nicht so bekannt gewesen, bestätigt Daumoser seinen Coach. „Aber das Tor anvisieren kann ich halt“, meint er lachend. „Und jetzt haut’s ganz gut hin.“ Das für ihn wichtigste Tor in dieser Saison sei ebenfalls ein Freistoß gewesen – das entscheidende 1:0 gegen Aspis Taufkirchen. „Im Derby freut es einen natürlich umso mehr, wenn man das entscheidende Tor schießt“, sagt der 24-Jährige.

Ist er abergläubisch oder hat er irgendwelche Rituale vor dem Spiel? „Nein“, meint er lachend. „Manche schmieren sich ihre Haxen mit Franzbranntwein ein, oder mit irgendwelchen Salben, so wie der Galler, aber ich denk mir nichts, zieh mich um und geh auf den Platz.“

Jetzt wird es richtig ernst für den SC Moosen, „denn wir haben zwei Endspiele vor der Brust, und danach werden wir sehen, wohin unser Weg führt“, stellt Maxi Bauer fest. An diesem Sonntag geht es zu Spitzenreiter Eichenried, eine Woche später zum Tabellenzweiten Moosinning. „Jetzt müssen wir schauen und uns beweisen, und sehen, dass wir bestehen können“, meint Felix Daumoser. „Sonst haben uns die ganzen letzten Siege nichts gebracht.“

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