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1200 Jahre Harthausen: Dieses Dorf hält fest zusammen

Grasbrunn - 1200 Jahre Harthausen - für die inzwischen exakt 937 Harthauser ein Grund zu feiern. Obwohl sie im Dorf eigentlich keinen speziellen Grund brauchen, denn die Harthauser feiern allgemein gerne. Auch ein Zeichen für den großen Zusammenhalt, denn alle halfen mit und haben ein großartiges Fest ausgerichtet.

Gabi Hiltmair aus Harthausen brachte es auf den Punkt: „Die Arbeit, die sich alle gemacht haben - ein Wahnsinn.“

Es war ein Fest für Groß und Klein, Jung und Alt. Für die Kinder hatten Männer aus dem Ort extra ein Karussell gebaut (wir berichteten), das mittels angeschweißter Fahrräder angetrieben werden musste. „Ein ökologisches Fahrrad“, wie Miterbauer Manfred Maier feststellte. Und der kleine Sebastian konnte sich kaum in dem Flugzeug halten, aber schrie zu seinem strampelnden und prustenden Vater: „Schneller Papa, schneller!“ Der tat, mit hochrotem Kopf, sein Bestes.

Während dessen pflügte draußen auf dem Feld Sepp „Seil“ Karl historisch mit einem Kipp-Pflug, der von zwei schweren Rössern gezogen wurde. So mancher Zuschauer konnte sich die Schwere der damaligen Arbeit nicht vorstellen und staunte mit seinen Kindern, wie die Geräte funktionieren. Nicht so Anni Pfluger, die mit ihrem Ehemann Franz, dem Altbürgermeister von Zorneding gekommen war und zu ihrem Mann wissend zunickte: „Weißt noch, wie es uns gegangen ist. . .“ Wer sich auch schwer tat, waren die beiden Rösser, die so eine Arbeit nicht kannten und Mühe hatten, immer entlang der Spur gerade zu laufen.

Auch Altbürgermeister Willi Dresel war bei jeder Veranstaltung dabei, beginnend am Donnerstag mit der österreichischen Band „Die Seer“, dem Eröffnungsfestakt am Freitag, wo er auch an der Kranzniederlegung teilnahm (s. Kasten) bis hin zum bunten Treiben am Samstag. Dass er am Sonntag einer der Ersten war und sich die Oldtimer anschaute, verwunderte niemanden. Aber es waren auch sensationelle Fahrzeuge dabei, darunter etwa zehn Fahrzeuge aus den Zwanziger- und Dreißiger-Jahren.

Von Autos noch nicht einmal geträumt haben die Bewohner des frühen Mittelalters. In Harthausen waren es nur wenige Schritte vom Automil zum Leben im Mittelalter: Für die Besucher war ein historisches Zeltdorf aufgebaut. Dessen Bewohner waren nicht nur entsprechend gekleidet, bis hin zur einjährigen Pia, sondern lebten auch den Familienalltag vor. Während ein Teil der Bewohner Germanen darstellte, zeigte Klaus Horach, wie es bei den Römern zuging. Bis hin zum Hausaltar und den Hausgeistern, die er beschwor, Schlechtes von seinem Zelt fernzuhalten. Inzwischen schmolz Martin Dürrwächter Bronze und hatte dabei wohl am meisten Zuschauer.

Viele gingen danach in den Feststadl. „Müssen wir noch was reden, bevor wir reingehen, denn da ist es bestimmt so laut, dass dein eigenes Wort nett verstehst“, fragte Peter Herrmann seine Frau am Eingang. In der Tat spielte die Musikkapelle Feldhausen-Harthausen mit ihren rund 50 Blechbläsern richtig auf. Sie waren extra von der Schwäbischen Alb gekommen, um mit ihrer Partnergemeinde deren Jubiläum zu feiern. Lena Herrmann (20) aus Harthausen brachte es am späten Sonntagnachmittag auf den Punkt: „Das Wetter ist noch schön geworden, die Stimmung passt, und jetzt läuft das Fest schön ruhig aus. Mi gfreit's!“

Dem Heimatkreis sei Dank

Die Redaktion dankt im Namen der Leser dem Vorstand des Heimatkreises, Maxi Eiba und Rolf Katzendobler für die Unterstützung und die historischen Fotos.

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