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Mit Kappe: Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaching 1910.

Die 150-Jahrfeier der Feuerwehr Oberhaching muss um ein Jahr verschoben werden

Sogar Florian selbst ist hier machtlos

Die 150-Jahrfeier der Feuerwehr, sie hätte die Krönung dieses Jahres in Oberhaching werden sollen. Aber daraus wird nichts.

Oberhaching – Eigentlich wollte die Feuerwehr Oberhaching vorige Woche ihr 150-jähriges Gründungsfest feiern. Ein vielseitiges Programm mit Festumzug, Gottesdienst, Bierzelt und Blasmusik sowie einem Auftritt von Wolfgang Krebs und den bayerischen Löwen war geplant. „Nun kann das alles nicht stattfinden aufgrund der Corona-Krise, und so haben wir uns schweren Herzens entschlossen, die Festwoche auf das nächste Jahr zu verschieben“, sagte Klaus Dexl, Vorstand der Feuerwehr Oberhaching. Heutzutage haben die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis ein vielfältiges Spektrum an Aufgaben. Neben der Brandbekämpfung werden auch Straßen bei Verkehrsunfällen gesichert, technische Hilfeleistungen übernommen wie das Öffnen von versperrten Türen, wenn ein Mensch in Not ist, bei Überschwemmungen Wasser abgepumpt oder Tierrettungen vorgenommen.

Kübel-Spritze war einst der Hit

Blickt man zurück in die Geschichte, waren es über viele Jahrhunderte die Gemeinschaften in den Dörfern, die bei einem Brand zusammenhalfen. Nachdem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erste Feuerlöschmaschinen entwickelt wurden, die die Brandbekämpfung erleichterten, wurden die dadurch höheren Kosten bei der Anschaffung auf die Gemeinden umgelegt. Zu diesen Neuerungen gehörte auch die sogenannte Kübel-Spritze, die noch heute ein Begriff ist. Doch wie Klaus Dexl berichtete, hat der Name nichts mit dem Kübel im Sinne eines Eimers zu tun, sondern mit dem Mechaniker G. Friedrich Kübel aus Bayreuth, der die neuartige Spritze erfunden hat.

Gründungsdokument erhalten

In Oberhaching ist das Gründungsdokument der Freiwilligen Feuerwehr vom Juli 1870 noch erhalten: ins Leben gerufen wurde die Wehr von Bürgermeister Josef Grätz, Ökonom Anton Hofberger, Schuhmachermeister Lorenz Huber, Tafernwirt Emeram Kastner und Lehrer Engelbert Höfer. Zur selben Zeit hat die Gemeinde einen modernen von zwei Pferden gezogenen Wasserzubringer erworben. Für das neue Löschgerät brachte man eine gut ausgebildete Mannschaft von mindestens zwölf Personen, die die dazugehörige Handpumpe betätigen mussten, um eine Wasserwurfweite von rund 90 Fuß zu erzielen. Daher liegt es nahe, dass die Gründung der Feuerwehr und die Anschaffung des Löschgerätes miteinander verbunden sind. Vor Beginn des Ersten Weltkriegs waren über 70 aktive Mitglieder bei der Feuerwehr. Die Zahl verringerte sich schlagartig, als viele Männer in den Krieg zogen. Doch bereits 1919 zählte die Wehr wieder 107 Aktive. „Das gleiche passierte auch während des Zweiten Weltkrieges, und in dieser Zeit war die Feuerwehr vor allem auf ältere Mitglieder und die Jugend in den Bombennächten angewiesen“, erklärte der Vorstand.

Wandel in 60er Jahren

In den 1960er Jahren vollzog sich dann der Wandel hin zu zusätzlichen Aufgabengebieten, unter anderem bedingt durch das stärker werdende Verkehrsaufkommen und die technischen Fortschritte. Dies zieht bis heute eine solide Grundausbildung und entsprechende Fortbildungen nach sich. „Oft wissen die Leute gar nicht, dass die Freiwillige Feuerwehr tatsächlich auf dem persönlichen Engagement der Mitglieder beruht, die hier ehrenamtlich ihre Zeit opfern und sogar ihren Arbeitsplatz verlassen, wenn zum Einsatz gerufen wird“, betont Kommandant Andreas Schwankl.

Aufbau der Jugendfeuerwehr

Er freut sich sehr über den derzeitigen Aufbau einer Jugendfeuerwehr. „Es sind 13 Jugendliche, die absolut motiviert dabei sind und damit ist auch für den Nachwuchs in der Wehr gesorgt.“ Im Augenblick ist die Ausbildung der jungen Leute durch Corona und seine Folgen abgebremst, und auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaching arbeiten bei Einsätzen mit größter Sorgfaltspflicht. Zudem kümmern sie sich um die Koordination von Corona-Teststationen im Landkreis München ebenso wie um die Materialausgabe an Ärzte und Fachpersonal.

Alle hoffen nun, dass diese schwierige Zeit bald vorbei geht. Die nachträgliche Festwoche zum Gründungsjubiläum wird voraussichtlich und hoffentlich vom 12. bis 16. Mai nächsten Jahres stattfinden.

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