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Blaues Band zur Eröffnung: (v.l.) Matthe w Beaumont, Peter Stracar von GE Additive, Florian Mauerer vom Schweizer Konzern „Oerlikon“ und Mohammad Ehteshami, Vizepräsident von GE Additive, sind überzeugt von der Zukunft des 3D-Drucks.

3D-Druck-Zentrum eröffnet

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General Electric hat in Garching ein neues Kundenzentrum für den Bereich 3D-Druck eröffnet. Die 15 Millionen Euro teure Einrichtung ist die erste ihrer Art in Europa.

Garching – Auf den ersten Blick ist es ein gewöhnlicher Couchtisch, auf dessen Platte ein silberner Schriftzug prangt. Tatsächlich aber beweist dieser Tisch, was heute schon möglich ist im Bereich der additiven Fertigung – auch 3D-Druck genannt. Denn die metallenen Buchstaben waren einst feinstes Metallpulver, das Schicht für Schicht und per Laserstrahl auf die Tischplatte aufgetragen worden sind – im aktuell größten 3D-Drucker von General Electric (GE), der Objekte bis zu einer Größe von ein mal einem Meter anfertigen kann.

Der Tisch steht im neuen 3D-Druck-Kundenzentrum von GE, das gestern eröffnet wurde. Das 15 Millionen Euro teure „Customer Experience Center“, so der offizielle Name, befindet sich im europäischen Forschungszentrum des Konzerns auf dem Forschungscampus in Garching, das unlängst um einen Neubau erweitert wurde. Hier sollen 50 Mitarbeiter den GE-Kunden die Möglichkeiten des 3D-Drucks aufzeigen und ihnen beim Design sowie der Produktion von additiv gefertigten Teilen zur Seite stehen.

Aktuell ist 3D-Druck eine Nischentechnologie, doch mittelfristig werde ihm die Zukunft gehören – davon geben sich alle Redner bei der Eröffnungsfeier überzeugt. Additive Fertigung werde „die Welt verändern“, glaubt etwa Mohammad Ehteshami, Vizepräsident von GE Additive, der 3D-Druck-Sparte des Konzerns. Sein Kollege Peter Stracar sieht gar Parallelen zur Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg vor 600 Jahren – „und es ist toll, dass es wieder hier in Deutschland passiert, in München!“, jubelt der GE-Mann, obschon das Kundenzentrum genau genommen in Garching ist.

Derweil stellt Florian Mauerer vom Schweizer Konzern „Oerlikon“ den 3D-Druck in eine Reihe mit der Dampfmaschine, der Elektrifizierung und der Informationstechnik. Und der zweite Gastredner, Maximilian Meixlsperger von BMW, bekräftigt: „Ja, es ist eine Revolution!“ Gerne hätte man noch gehört, was Ilse Aigner (CSU) zu dem Thema zu sagen hätte – die bayerische Wirtschaftsministerin hatte sich ursprünglich als Gastrednerin angekündigt. Doch offenbar wegen einer anderen Revolution, in ihrer eigenen Partei, hat Aigner ihren Besuch in Garching kurzfristig abgesagt.

Und so verpasst die Wirtschaftsministerin auch die Führung durch die hellen, modernen Räume, wo GE künftig seinen Kunden – darunter Flugzeug- und Autohersteller – den 3D-Druck schmackhaft machen will. Im Erdgeschoss stehen hierfür zehn 3D-Drucker bereit; im ersten Stock gibt es Konferenz- und Schulungsräume. Ähnliche Kundenzentren wie in Garching seien derzeit an weiteren Standorten weltweit in Planung, heißt es von GE.

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