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Und jeder steckt einen Schein in die Spendenboxen: Schlangen an der Anmeldung für die Typisierung.

Typisierungsaktion in Aschheim

4305 Menschen geben ihr Blut für die krebskranke Rinah (12)

Aschheim - Es war der große Tag von Rinah (12). Das an Blutkrebs erkrankte Mädchen aus Aschheim benötigt eine Stammzellenspende, um überleben zu können. Bei der Typisierungsaktion für das Mädchen brachen alle Dämme: Über 4000 potenzielle Lebensretter ließen sich während der gut sechs Stunden dauernden Aktion im Feststadl typisieren.

Das offizielle Ziel waren mehr als 1000 Menschen, die sich Blut entnehmen und sich registrieren lassen sollten. Doch in den vergangenen Wochen wurde bereits deutlich, dass deutlich mehr hilfsbereite Menschen erwartet werden können. Intern wurde spekuliert, ob die bei solchen Aktionen hohe Messlatte der 3000 geknackt werden könne. Doch mit dem tatsächlichen Ergebnis von 4305 potenziellen Spendern hatte niemand gerechnet.

Bereits zum Auftakt um 10 Uhr standen die Menschen in einer langen Schlange vor dem Aschheimer Feststadl. Mit einer perfekt organisierten Typisierungsaktion in der Veranstaltungshalle wurden die Wartezeiten aber immer in Grenzen gehalten. Helfer und Spender arbeiteten entspannt zusammen. Rinahs Mutter Patricia Scheer fehlten fast die Worte: „Ich bin überwältigt, wie gut alles läuft. Die Menschen gehen hier ganz entspannt herein und wieder entspannt heraus. Es ist ein ganz komisches Gefühl, dass alle wegen uns und für Rinah hier sind.“

Der Tag war voller emotionaler Geschichten und der Hoffnung, anderen Menschen zu helfen. So kamen Motorradfahrer aus den Nachbargemeinden im Korso, Firmen und Vereine reisten mit Bussen an. Viele Familien taten sich zusammen, um zu helfen.

Dominique Schuster aus Kirchheim war eine der Helferinnen bei der Blutabnahme. Ihr Onkel Dieter Kick, ebenfalls aus Kirchheim, ließ sich typisieren. In unzähligen Fällen spornten sich Familien und enge Freunde gegenseitig an. Während sich in Aschheim 4305 Menschen Blut abnehmen ließen mit dem Wunsch, Rinah helfen zu können, lag das Mädchen unplanmäßig im Krankenhaus. Rinah hat derzeit Halsschmerzen und hatte einen schlechteren Tag bei ihrer so unkalkulierbaren, wellenförmig verlaufenden Krankheit. Aber auch an einem guten Tag hätte sie nicht in den Feststadl kommen dürfen, weil das Mädchen große Menschenmassen derzeit meiden muss.

Eltern und Freunde der Familie machten viele Fotos und hatten viel über das Mädchen zu erzählen. Vater Kieran Smolka versicherte auch, dass Rinah von diesem Tag alles berichtet wird. „Und dieser Tag wird Rinah einen riesigen Schub geben!“

Yvonne Renz von der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS) war vom Erfolg der Aschheimer Aktion mit über 250 Helfern und den 4305 Spendern nicht überrascht. „Eine Besonderheit dieser Aktion war das große Engagement von Prominenten.“ Schauspieler Götz Otto half den gesamten Tag als Helfer mit, während Bayernstar Jerome Boateng mit seinem Spendenaufruf der Aktion „Hilfe für Rinah“ enormen Rückenwind gegeben hatte. Und auch den Aufruf des Münchner Merkur auf Facebook hatten über 400 000 Menschen angeschaut. Der Schauspieler Elyas M’Barek, mit dem Rinah so gerne einmal zusammen auf der Bühne stehen würde, wandte sich mit einer emotionalen Videobotschaft an das Mädchen und machte auch Werbung für die Typisierung.

Etwa ein Prozent der typisierten Menschen können damit rechnen, in den nächsten zehn Jahren mit der Bitte um eine Stammzellenspende angerufen zu werden. Für Aschheim Zahlen würde das bedeuten, dass sich unter den tausenden 43 potenzielle Lebensretter befanden. Vielleicht auch einer für Rinah.

Mit der Typisierung ist das Projekt „Hilfe für Rinah“ noch lange nicht abgeschlossen. Für den engen Kreis der Helfer und die DKMS ist es nun die Herausforderung, dass die Kosten der Blutanalysen von rund 215 250 Eurodurch Spenden gedeckt werden. Bis zum vergangenen Freitag waren auf dem Rinah-Spendenkonto 55 000 Euro. Am Aktionstag wurden die Spendenboxen an der Anmeldung prall gefüllt mit Scheinen, zudem stehen noch Spenden von Firmen aus der Region im Raum. Dennoch ist absehbar, dass wohl noch Geld fehlt.

nb

Spendenkonto:

Konto: Deutsche Knochenmarkspende, Iban DE38 7025 0150 0028 1575 92.

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